Mitte Dezember haben sich die Parteien im jemenitischen Bürgerkrieg auf einen Waffenstillstand für die seit Juni 2018 umkämpfte Hafenstadt Hudaida geeinigt. Zudem soll es im Januar 2019 eine Fortsetzung der Friedensverhandlungen geben. Damit besteht zum ersten Mal seit 2016 Hoffnung auf ein Ende des Krieges. Möglich wurde dies, weil die US-Regierung Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen sie gute Beziehung unterhält, ultimativ zu Gesprächen mit den Huthi-Rebellen aufforderte. Bei aller daran geknüpften Hoffnung: Über ein Ende des Konflikts wird nicht in Washington entschieden, sondern zunächst in Riad und Abu Dhabi – und letzten Endes vor allem im Jemen selbst. 

US-Regierung steht unter innenpolitischen Druck

Ironischerweise war es erst der Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi, der Bewegung in die diplomatischen Fronten im Jemen-Krieg brachte. Das wahrscheinlich vom saudi-arabischen Kronprinzen Mohammad bin Salman in Auftrag gegebene Verbrechen veranlasste Öffentlichkeit und Politik in den USA, den Krieg der Saudis im Jemen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. 

Besonders heftig waren die Reaktionen im Kongress. Mitte Dezember stellte der US-Senat nicht nur die persönliche Verantwortung Bin Salmans für den Mord fest, sondern beschloss auch ein Ende der militärischen Unterstützung für das Königreich im Jemen-Krieg. Auch wenn Präsident Trump eine Implementierung des Beschlusses mit seinem Veto verhindern kann, wurde der Widerstand von Parlament und Öffentlichkeit zu einer Gefahr für die Nahostpolitik der US-Regierung.

Bereits seit 2016 hatte diese Saudi-Arabien zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Bemühungen um eine breite Front gegen Iran auserkoren. Die Reaktionen auf die Ermordung Khashoggis drohten also die enge Bindung zwischen Washington und Riad zu gefährden, sodass die US-Regierung Saudi-Arabien aufforderte, Friedensgespräche zu beginnen. Ob dieser Versuch Trumps, den Kongress zu beschwichtigen, Erfolg haben wird, zeichnet sich noch nicht ab. Im Jemen-Konflikt sorgte der amerikanische Druck immerhin dafür, dass Verhandlungen begannen und der Waffenstillstand ausgehandelt wurde.  

Dieser Krieg ist ein innerjemenitischer Konflikt

Der Jemen-Krieg ist im Kern eine innerjemenitische Auseinandersetzung, auf die Saudi-Arabien und die VAE mit einer Intervention reagierten. Ein Rückblick: Der Konflikt brach aus, als die jemenitische Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im Jahr 2014 von den Huthi-Rebellen aus dem Norden des Landes gestürzt und aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben wurde. Hadi und seine Anhänger riefen daraufhin Saudi-Arabien und die VAE zu Hilfe, die im März 2015 intervenierten. Der saudi-arabischen Führung ging es vor allem darum, die vom Iran unterstützten Huthis möglichst rasch zu entmachten. Die VAE schlossen sich dem an, entwickelten aber parallel dazu eine Strategie, die auf die längerfristige Kontrolle über jemenitische Häfen und die Zufahrt zum Roten Meer abzielte.

Im September 2014 nahmen die Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa ein, nachdem der Jemen seit dem Arabischen Frühling 2011 von anhaltenden Unruhen erschüttert worden war. Die Huthis sind Angehörige einer zaiditischen und damit schiitischen Familie aus dem Norden des Landes, die sich seit den 1990er-Jahren an die Spitze von Protesten gegen die Politik der Zentralregierung von Präsident Ali Abdallah Salih (regierte 1978-2012) stellte.

Zwischen 2004 und 2010 kam es zu sechs Waffengängen, die allerdings endeten, ohne dass Salih die Kontrolle über den Norden herstellen konnte. Der Präsident warf den Huthis damals wiederholt vor, Instrument iranischer Politik zu sein. Dies hinderte ihn aber nicht daran, ihren Vormarsch 2014 zu unterstützen, um seinen Nachfolger Hadi von der Macht zu vertreiben. Im selben Jahr verstärkte der Iran seine bis dahin sehr geringen Hilfen an Geld und Waffen für die Huthis.