Die Rebellen im Jemen haben mit dem Rückzug aus dem strategisch wichtigen Hafen von Hudaida begonnen. Erste Kämpfer der Huthi-Rebellen hätten sich gegen Mitternacht aus dem Hafen der Stadt am Roten Meer zurückgezogen, teilte ein UN-Sprecher mit. Auch die Rebellen berichteten von ihrem Rückzug: Die "erste Phase" des Abzugs aus Hudaida habe begonnen, sagte ein Huti-Sprecher einer Nachrichtenagentur der Rebellen. Der Rückzug sei Bestandteil der Vereinbarung, die bei Friedensgesprächen in Schweden vor wenigen Wochen erzielt worden war, hieß es.

Die Rebellen hielten wegen des Abzugs eine Zeremonie ab. Es wird erwartet, dass auch regierungstreue Kräfte aus jenen Teilen der Stadt abziehen, die sie bei einer Offensive mit Unterstützung Saudi-Arabiens im Juni zurückerobert hatten. Zuvor hatten die beiden Konfliktparteien seit mehr als einer Woche einen Waffenstillstand in Hudaida eingehalten. Vor einigen Tagen war ein UN-Team unter Leitung des pensionierten niederländischen Generalmajors Patrick Cammaert in der Stadt eingetroffen, um die Waffenruhe zu überwachen.

Ein weiteres Ziel der Vereinbarung von Schweden ist es, die Ankunft von Hilfslieferungen zu erleichtern. Wegen der Kämpfe hungern im Jemen Millionen von Menschen, Zehntausende wurden getötet. Das seit Jahren umkämpfte Hudaida im Westen des Landes ist für die Versorgung des Bürgerkriegslandes mit Hilfsgütern von zentraler Bedeutung. Etwa 70 Prozent der Einfuhren erreichen den Jemen über Hudaida.

Im Jemen kämpfen seit 2015 Saudi-Arabien und andere arabischen Staaten an der Seite der Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Die Aufständischen werden aus dem Iran unterstützt und haben große Teile des Nordjemen eingenommen. Laut den Vereinten Nationen herrscht in dem Land die schlimmste humanitäre Krise weltweit.