Bei Kämpfen zwischen Huthi-Rebellen und Regierungstruppen in der Nähe der Stadt Hudaida sind nach Angaben des jemenitischen Militärs mindestens 29 Menschen getötet worden. Weitere 25 Personen seien auf beiden Seiten verwundet worden. Die Kämpfe erfolgten, obwohl die Konfliktparteien erst am Donnerstag bei Friedensgesprächen in Schweden zugesagt hatten, in der Hafenstadt eine Waffenruhe einhalten zu wollen. Etwa 70 Prozent der Hilfslieferungen und Importe für den Jemen gelangen über die Hafenstadt ins Land. Regierungstruppen versuchen seit Monaten, den Hafen einzunehmen.

Der UN-Sondergesandte Martin Griffiths rief Regierungstruppen und Rebellen zur sofortigen Einhaltung der Waffenruhe auf. "Der Sondergesandte erwartet von den beiden Parteien, dass sie ihre Verpflichtungen gemäß dem Text und Geist des Stockholm-Abkommens respektieren", schrieb Griffiths auf Twitter. Ein Vertreter der Huthi sagte, die Rebellen hofften, dass die Regierung ihre Zusage einhalte. Andernfalls werde sie entsprechend reagieren.

Ein UN-Vertreter sagte, es sei normal, dass eine vereinbarte Waffenruhe nicht umgehend eingehalten werde. Es könne bis zu 72 Stunden dauern, bis eine solche Absprache auf allen Kommandoebenen angekommen sei, sagte der Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Nach Angaben der Bürgerkriegsparteien und der UN soll die Waffenruhe nun ab Dienstag umgesetzt werden.

Die in Schweden erzielte Einigung sieht einen Rückzug der Kämpfer auf beiden Seiten sowie den Austausch von 15.000 Gefangenen vor. Für die drittgrößte jemenitische Stadt Tais sollen laut dem Abkommen humanitäre Korridore eingerichtet werden. Zudem wurde für Januar eine weitere Gesprächsrunde vereinbart, um den Rahmen für Friedensverhandlungen abzustecken.

Kontrolle der Feuerpause "dringend nötig"

Der UN-Sondergesandte Griffiths warnte aber bereits am Freitag im UN-Sicherheitsrat, dass ein wirksamer Kontrollmechanismus für die Feuerpause "dringend nötig" sei. Er forderte, eine Beobachtermission mit 30 bis 40 internationalen Experten nach Hudaida zu entsenden.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage im Jemen. Das Ausmaß des Hungers sei äußerst besorgniserregend, viele unterernährte Menschen seien "unter sehr dramatischen Umständen" gestorben. "Ohne Frieden droht 2019 eine viel schlimmere Situation als heute", sagte Guterres.

Der Jemen erlebt den Vereinten Nationen zufolge die derzeit schwerste humanitäre Krise der Welt. Seit 2014 kämpfen die Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi mit der Unterstützung von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.