Die Konfliktparteien im Jemen haben in den Friedensgesprächen in Schweden eine Waffenruhe für die umkämpfte Hafenstadt Hudaida verabredet. Das sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Die Waffenruhe sieht demnach einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern aus der Stadt und dem strategisch wichtigen Hafen sowie einen Waffenstillstand in der gesamten Provinz Hudaida vor.

Das sei ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltigen Friedensverhandlungen für den Jemen, sagte Guterres. Die UNO werde bei der Kontrolle des Hafens, über den der Großteil der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt, eine "Schlüsselrolle" spielen, um die Hilfslieferungen zu erleichtern.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Der Konflikt hat zur derzeit größten humanitären Katastrophe weltweit geführt. Der Hafen von Hodeida ist zentral für die Versorgung des Lands. Die Friedensgespräche in Schweden finden auf Vermittlung des UN-Sondergesandten Martin Griffiths statt. Die Konfliktparteien verhandeln erstmals seit 2016 direkt miteinander.

Guterres war am Mittwochabend nach Schweden gereist. Zum Abschluss der einwöchigen Gespräche reichten sich Jemens Außenminister Chaled al-Jamani und der Rebellen-Verhandlungsführer Mohammed Abdelsalam am Verhandlungsort Rimbo in der Nähe von Stockholm die Hand. Eine zweite Verhandlungsrunde ist laut Guterres für Ende Januar geplant: "Wir haben uns darauf geeinigt, beim nächsten Treffen Gespräche über einen Verhandlungsrahmen zu führen."