Ukrainische Schiffe können die von Russland gesperrte Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer wieder passieren. Dies teilte der Verkehrsminister Wladimir Omeljan mit. "Ja, die Häfen von Mariupol und Berdjansk sind teilweise wieder freigegeben", hieß es in seiner Erklärung mit Verweis auf die Städte, die am Nordufer des Asowschen Meeres liegen.

Vor gut einer Woche hatte die russische Küstenwache drei ukrainische Marineboote gewaltsam an der Fahrt durch die Meerenge von Kertsch – der einzigen Durchfahrt zum Asowschen Meer – gehindert. Die Boote samt Besatzung wurden beschossen und festgesetzt, mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden verletzt und insgesamt 24 Besatzungsmitglieder festgenommen. Ihnen soll in Moskau der Prozess gemacht werden.

Durch den Vorfall eskalierte der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Meerenge liegt zwischen der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim und dem russischen Festland und wird von der russischen Marine kontrolliert. Schiffe aus der Ukraine konnten die beiden wichtigen Handelshäfen Mariupol und Berdjansk, über die bislang die Exporte des Landes von Stahl und Getreide laufen, in der Folge nicht mehr erreichen.

Die Situation in der Ukraine

von Russland kontrollierte Gebiete

Die Regierung in Moskau hatte den Rückstau mit dem schlechten Wetter begründet. Der ukrainische Verkehrsminister sprach indes von einem Einlenken Russlands und verwies auf die "eindeutige internationale Reaktion sowie die Aufmerksamkeit ausländischer Medien".

Laut Omeljans Mitteilung warten derzeit noch 17 Schiffe auf die Einfahrt ins Asowsche Meer, neun weitere lägen noch in den Häfen. Sie alle dürften aber demnächst passieren – sobald sie auf der russischen Seite durchsucht worden sind.