Die kanadische Regierung hat gegen die "willkürliche Festnahme" von zwei kanadischen Staatsbürgern in China protestiert. Außenministerin Chrystia Freeland forderte von Peking die sofortige Freilassung der beiden Kanadier, die nach Meinung von Beobachtern als Druckmittel im Auslieferungsverfahren der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou an die USA missbraucht werden.

Freeland sagte außerdem, dass das Verfahren in ihrem Land gegen Meng Wanzhou "fair, unvoreingenommen und transparent" laufe. "Kanada ist ein Land, das von den Regeln des Gesetzes regiert wird", so Freeland. Die Ministerin bezeichnete die Rechtsstaatlichkeit als "das Urgestein der Demokratie", welches "fundamental" für alle freien Gesellschaften sei. "Wir werden dieses Prinzip verteidigen und aufrechterhalten", so Freeland. Auch das US-Außenministerium zeigte sich in einer Stellungnahme "tief besorgt" über das Vorgehen Chinas und forderte die sofortige Freilassung der beiden Kanadier.

In China werden seit Beginn vergangener Woche zwei Kanadier festgehalten. Ihnen wird vorgeworfen, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die "die nationale Sicherheit gefährden". Kritiker bewerten die Inhaftierungen dagegen als chinesische Vergeltung für die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsunternehmens Huawei, Meng Wanzhou. Die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei war auf Antrag der USA Anfang Dezember in Kanada festgenommen worden. Meng wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. Ein Gericht in Vancouver hatte in der vergangenen Woche entschieden, Meng bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA gegen Kaution freizulassen.