Das Parlament im Kosovo hat den Aufbau einer eigenen Armee beschlossen. Die Kosovo-Sicherheitskräfte (KSF) – derzeit eine Katastrophenschutzeinheit mit 3.000 Mann – sollen innerhalb von zehn Jahren zu einer Streitkraft mit 5.000 Mann und leichter Bewaffnung ausgebaut werden.

Die 107 anwesenden Abgeordneten in Pristina votierten einstimmig für entsprechende Gesetze. Das Parlament muss nun noch über ein Gesetzesvorhaben abstimmen, in welchem die künftige Organisationsstruktur der neuen Armee festgelegt ist.

Die Abstimmung wurde von Abgeordneten der serbischen Minderheit boykottiert. Sie lehnen eine eigene Kosovo-Armee ab, weil sie befürchten, die Truppen würden genutzt, um die Serben aus dem von ihnen besiedelten Norden des Kosovos zu vertreiben. Die Regierung in Pristina hat dies zurückgewiesen. Auch viele Serben würden in den KSF dienen. Die Streitkräfte seien multiethnisch und inklusiv ausgerichtet.

Belgrad erkennt die 2008 einseitig vom Kosovo erklärte Unabhängigkeit nicht an und betrachtet das Kosovo nach wie vor als seine Provinz. Die USA unterstützen das Vorgehen Pristinas, die Nato dagegen hält den Zeitpunkt für falsch.