Paris - Mehr als 100 Festnahmen bei Protesten der Gelbwesten In Paris ist es bei Demonstrationen der Gelbwesten gegen die Regierung von Präsident Emmanuel Macron erneut zu Krawallen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. © Foto: Stephane Mahe/Reuters

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten der sogenannten Gelbwesten haben sich zu neuen Protesten rund um die Pariser Prachtstraße versammelt. Der französische Innenminister Christophe Castaner sprach von 1.500 gewaltbereiten "Unruhestiftern". Die Behörden hatten rund 5.000 Polizisten mobilisiert, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzten. Mehr als 100 Menschen wurden nach Angaben der Regierung festgenommen. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden, darunter drei Polizisten, schreibt Le Figaro.

Bereits am vergangenen Samstag hatten etwa 5.000 Menschen gegen die Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron protestiert. Vermummte hatten Barrikaden errichtet und versucht, zum Élysée-Palast, Macrons Amtssitz, vorzudringen.

In den Tagen danach hatten Zehntausende auf Facebook ihre Teilnahme an der Demonstration an diesem Samstag angekündigt. Auch in zahlreichen anderen französischen Städten sind Kundgebungen geplant.

Es ist schon das dritte Wochenende in Folge, an dem die Protestbewegung in gelben Warnwesten gegen steigenden Spritkosten und für eine Anhebung von Mindestlohn und Renten auf die Straße gehen. Bei der bislang größten Demonstration Mitte November blockierten rund 250.000 Menschen landesweit wichtige Straßen und Verkehrsknotenpunkte. Zwei Menschen starben im Zusammenhang mit den Protesten.

Die Gelbwesten protestierten anfangs vor allem gegen die geplante Steuererhöhung von drei Cent pro Liter Benzin und sechs Cent pro Liter Diesel im Rahmen von Macrons Ökosteuer. Mittlerweile richtet sich die Bewegung aber zunehmend gegen Macrons Politik generell sowie gegen den Präsidenten persönlich. Auf Transparenten sind häufig Rücktrittsforderungen zu sehen. Die Demonstrierenden werfen ihm vor, nur Politik für die Reichen zu betreiben. Macron hat zwar inzwischen zugesagt, die umstrittene Ökosteuer auf Diesel an den Kraftstoffpreis anzupassen. Das geht den Aktivistinnen und Aktivisten aber nicht weit genug. 

Stanislas Guerini, der am Samstag zum neuen Vorsitzenden von Macrons Bewegung En Marche gewählt wurde, sagte: "Ich übernehme diese Verantwortung, ohne zu verkennen, wie groß die Herausforderungen sind, vor denen das Land steht." Mit Blick auf die Proteste der Gelbwesten, sagte der Vertraute Macrons, er verschließe auch nicht die Augen "vor der Gewalt, die stattfindet, während wir reden".