Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert, dass sich die Ukraine im Konflikt in der Ostukraine stärker engagiert. "Auch Kiew muss ein ernsthaftes Interesse an Fortschritt haben", sagte er der Rheinischen Post. "Es gab viel zu wenig Bewegung in den vergangenen Monaten."

Er habe sich schon als Außenminister dafür eingesetzt, einen schrittweisen Abbau der Russland-Sanktionen an politische Fortschritte in der Ostukraine knüpfen, so wie vom damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen, sagte Kurz. Auf diese Weise solle wieder Bewegung in den festgefahrenen Friedensprozess kommen. Ein erster Schritt könne ein "echter Waffenstillstand in der Ostukraine" sein. Die Regierung in der Ukraine müsse ebenfalls ihren ernsthaften Willen an einem Friedensprozess belegen.

Russland ist wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und des Konflikts in der Ostukraine seit 2014 mit Wirtschaftssanktionen der EU und den USA belegt. Anfang November verschärften die USA ihre Sanktionen noch einmal.

Ende November war es zu einer neuen Eskalation zwischen Moskau und Kiew gekommen, als die russische Küstenwache in der Meerenge von Kertsch drei ukrainische Marineschiffe beschoss und aufbrachte. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden verletzt, 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Kiew und seine westlichen Verbündeten verurteilten den russischen Angriff und forderten die Freilassung der Marinesoldaten.