Seenotrettung - Rettungsschiff mit 300 Migranten legt in spanischem Hafen an Das Rettungsschiff «Open Arms » ist in Spanien eingelaufen. Weil ihm mehrere Länder die Einfahrt verweigert hatten, war es eine Woche lang im Mittelmeer herumgeirrt. © Foto: Jorge Guerrero/AFP/Getty Images

Ein Rettungsschiff mit mehr als 300 Migrantinnen und Migranten an Bord ist nach einwöchiger Irrfahrt auf dem Mittelmeer in Spanien eingetroffen. Die Open Arms lief am Freitagmorgen gegen neun Uhr in den Hafen von Campamento bei Algeciras im Süden des Landes ein. Italien und Malta hatten sich zuvor geweigert, die von der privaten spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms geretteten Menschen an Land zu lassen. Libyen, Frankreich und Tunesien hatten erst gar nicht auf die Bitte des Schiffs um Einfahrt reagiert.

Als die Küste der spanischen Region Andalusien in Sicht kam, reagierten die Migranten laut Berichten mit Freude. "Sie waren sehr glücklich und haben zu singen angefangen. Wir haben die Kinder an Deck geholt und ihnen Schokolade gegeben", sagte Missionschef Gerard Canals der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press.

Nach ihrer Rettung nahe der libyschen Küste am vorigen Freitag hatten die Migrantinnen und Migranten Weihnachten auf der Open Arms verbracht. Sie wurden von einem weiteren Schiff der spanischen Hilfsorganisation, der Astral, mit Proviant und Medikamenten versorgt. Proactiva Open Arms ist mit drei Schiffen vor der Küste Libyens im Einsatz.

Nach UN-Angaben starben seit Jahresbeginn mehr als 2.000 Menschen beim Versuch, von Libyen aus auf dem Seeweg nach Italien oder Malta zu gelangen. Italiens Innenminister Matteo Salvini betonte unterdessen erneut, dass die Häfen seines Landes für zivile Schiffe geschlossen seien. Die populistische Regierung in Rom macht seit Monaten Stimmung gegen Fluchthelfer auf dem Mittelmeer, weshalb immer mehr Migranten direkt Spanien ansteuern.