Straßburg - Mutmaßlicher Attentäter von Polizei erschossen Nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt hat die Polizei Chérif C. gestellt und getötet. Bei der versuchten Festnahme soll der mutmaßliche Attentäter geschossen haben. © Foto: Christian Hartmann/Reuters

Nach einer zweitägigen Großfahndung hat die Polizei den mutmaßlichen Straßburg-Attentäter Chérif C. getötet. Er soll für den Terroranschlag mit mindestens drei Toten am Rande des Weihnachtsmarktes verantwortlich sein. Drei Beamte hätten ihn gegen neun Uhr im Stadtteil Neudorf entdeckt und festzunehmen versucht, sagte Innenminister Christophe Castaner. Der Mann habe jedoch auf die Beamten geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und ihn dabei tödlich getroffen.

Staatspräsident Emmanuel Macron dankte den Sicherheitskräften in der Nacht zum Freitag via Twitter: "Unser Engagement gegen den Terrorismus ist uneingeschränkt", schrieb er.

Hunderte Sicherheitskräfte hatten seit dem Anschlag am Dienstag nach dem Angreifer gesucht. Auch deutsche Einsatzkräfte waren an der Großfahndung beteiligt. C. sei schließlich von Spezialkräften auf einer Straße gesichtet worden, sagte Innenminister Castaner. Schon seit dem Nachmittag lief ein Großeinsatz der französischen Polizei im Viertel Neudorf südöstlich des Straßburger Zentrums. Dorthin war C. am Dienstag nach dem Anschlag geflohen.

Mehrere Festnahmen

Die französische Polizei war mit 800 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, um den Attentäter zu fassen. Außerdem hatte die Regierung die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz verstärkt. Die Armeeangehörigen sollen die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen und Weihnachtsmärkten im Land gewährleisten. Im Zusammenhang mit der Tat wurden bisher zwei Brüder und die Eltern des Verdächtigen festgenommen. Zudem nahm die Polizei eine fünfte Person aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters in Gewahrsam.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Der Angreifer sei einer ihrer Soldaten gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amaq. Die Echtheit der Nachricht ließ sich nicht überprüfen. Sie wurde über die üblichen Kanäle des IS verbreitet.

Schweigeminute in Brüssel

Chérif C. ist in den vergangenen Jahren sowohl in Frankreich als auch in Deutschland straffällig geworden. Nach Angaben des Pariser Generalstaatsanwalts für Terrorermittlungen, Rémy Heitz, wurde er bereits 27 Mal wegen Diebstählen und Gewalttaten verurteilt, die er in Frankreich, Deutschland und der Schweiz begangen hatte.

Die 28 Staats- und Regierungschefs der EU hielten am Donnerstag bei ihrem Gipfel in Brüssel eine Schweigeminute für die Opfer ab. In Straßburg versammelten sich Hunderte Menschen in der Kathedrale, um zu trauern. Der Weihnachtsmarkt in Straßburg, der normalerweise jährlich rund zwei Millionen Besucherinnen anzieht, blieb nach dem Anschlag zunächst geschlossen. Am Freitagvormittag soll er um elf Uhr wieder eröffnet werden, wie Bürgermeister Roland Ries ankündigte.