John Kelly - Donald Trumps Stabschef verlässt das Weiße Haus Stabschef John Kelly gibt sein Amt zum Jahresende auf. Der 68-Jährige wurde mehrfach mit kritischen Äußerungen über Präsident Donald Trump zitiert, die er jeweils dementierte. © Foto: Drew Angerer/Getty Images

US-Präsident Donald Trump wechselt zum zweiten Mal seinen Stabschef im Weißen Haus aus. John Kelly werde zum Ende des Jahres gehen, sagte Trump in Washington. Ein Nachfolger soll spätestens am Montag bekannt gegeben werden.

Kelly ist in der weniger als zwei Jahre dauernden Amtszeit von Donald Trump bereits der zweite Stabschef, der gehen muss. Der ehemalige Marinegeneral und kurzzeitige Heimatschutzminister war im vergangenen Jahr auf Reince Priebus gefolgt, um Ordnung in die Abläufe des Weißen Hauses zu bringen. Als Stabschef kontrolliert er den Zugang zum Präsidenten und hilft, die politischen Prioritäten festzulegen.  

Über Kellys bevorstehenden Abgang war seit Monaten spekuliert worden. Die Demission Kellys ist die zweite große Personalie im Umfeld Trumps seit den Kongresswahlen am 6. November. Zuvor hatte er sich bereits von seinem Justizminister Jeff Sessions getrennt. Davor hatte es Dutzende Personalwechsel gegeben – zu den aufsehenerregendsten hatte die angeblich per Twitter erfolgte Entlassung von Außenminister Rex Tillerson gehört.

Trump: Personalwechsel im Öffentlichen Dienst völlig normal

Trump selbst hatte auf Kritik an seiner als unstet empfundenen Personalpolitik stets geantwortet, es sei völlig normal, dass hoch qualifizierte Menschen im Öffentlichen Dienst immer wieder ausgetauscht werden und in die besser bezahlte Privatwirtschaft wechseln.

Allerdings hatte Trump seinem Vorgänger Barack Obama noch heftige Vorwürfe gemacht, als dieser 2012 den dritten Stabschef binnen drei Jahren ins Weiße Haus geholt hatte. Die vielen Wechsel seien Teil der Ursache dafür, dass Obama seine politische Agenda nicht voranbringen könne, hatte Trump damals argumentiert.

US-Medien hatten immer wieder berichtet, dass im Weißen Haus einige Mitarbeiter gegeneinander arbeiten würden statt miteinander. Im September erschien in der New York Times ein anonymer Gastbeitrag unter dem Titel "Ich bin Teil des Widerstands", in dem ein hochrangiger Mitarbeiter oder Mitarbeiterin schrieb, dass viele Mitarbeiter daran arbeiteten, den Präsidenten "vom Schlimmsten abzuhalten".  

Als Favorit für Kellys Nachfolge gilt Nick Ayers. Der Republikaner ist derzeit noch Stabschef von Vize-Präsident Mike Pence. Ayers habe Trump mitgeteilt, dass er das Amt für die Dauer des kommenden Frühjahrs annehmen werde, schreibt die New York Times. Trump sei aber um einen dauerhaften Verbleib von Ayers bemüht. Im Falle einer Absage könnte unter anderem US-Finanzminister Steven Mnuchin ein weiterer Kandidat sein.