Vor einem deutsch-französischen Vermittlungsversuch im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom russischen Präsidenten Wladimir Putin die Freilassung der im November inhaftierten ukrainischen Seeleute gefordert. Das habe Merkel Putin in einem Telefonat gesagt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Merkel habe im Gespräch mit Putin außerdem unterstrichen, dass Vorkehrungen erforderlich seien, um eine reibungslose Schiffspassage in der Straße von Kertsch zu gewährleisten.

Die Situation in der Ukraine

von Russland kontrollierte Gebiete

Vor gut zwei Wochen hatte die russische Küstenwache drei ukrainischen Schiffen die Passage durch die Straße von Kertsch verweigert und die Schiffe festgesetzt. Mehrere ukrainische Marinesoldaten waren dabei verletzt worden, insgesamt 24 Besatzungsmitglieder waren festgenommen worden. Die Ukraine hatte daraufhin das Kriegsrecht verhängt

Wegen des Vorfalls ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erneut eskaliert. Die Meerenge von Kertsch liegt zwischen der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim und dem russischen Festland und wird von der russischen Marine kontrolliert. Schiffe aus der Ukraine hatten die beiden wichtigen Handelshäfen Mariupol und Berdjansk, über die bislang die Exporte des Landes von Stahl und Getreide laufen, infolge der Blockade nicht mehr erreichen können. Anfang Dezember hatte Russland die Blockade des Asowschen Meeres wieder aufgehoben.

Am Dienstag treffen sich die außenpolitischen Berater der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine in Berlin. Merkel hatte nach ihrem Treffen mit Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires angekündigt, zwischen Russland und der Ukraine vermitteln zu wollen.