Der UN-Sicherheitsrat hat sich einstimmig auf die Entsendung von zivilen Beobachtern in den Jemen geeinigt. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten am Abend in New York für den britischen Entwurf, der die Überwachung des brüchigen Waffenstillstands in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hudaida vorsieht. Die Beobachter sollen unter anderem den Betrieb des Hafens sicherstellen und den geplanten Abzug der Kämpfer aus der Stadt überwachen.

Der Text begrüßt die Fortschritte bei den Friedensgesprächen in Schweden, bei denen sich die international anerkannte Regierung des Jemen und die schiitischen Huthi-Rebellen, die Hudaida kontrollieren, auf die Waffenruhe geeinigt hatten. Die Resolution bittet zudem UN-Generalsekretär António Guterres um die Entsendung eines Vorausteams zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe zunächst für 30 Tage. Bis Ende des Jahres soll Guterres zudem Vorschläge machen, wie die Überwachung danach weiter ausgeführt werden kann.

Zuvor hatte es Streit über den Text der Resolution gegeben, weil in einem ersten Entwurf der Iran genannt wurde. Dem Iran wird vorgeworfen, die Huthi-Rebellen mit Waffen zu unterstützen. Das Land bestreitet die Vorwürfe. Auf Druck Russlands und gegen den Widerstand der USA wurde die Erwähnung des Iran gestrichen.

Der Hafen Hudaida ist eine der wichtigsten Versorgungsadern des sehr verarmten Landes. Mit der Waffenruhe ist die Hoffnung auf eine Entspannung der dramatischen humanitären Lage auf der Arabischen Halbinsel verbunden. Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg erlebt der Jemen den UN zufolge die schwerste humanitäre Krise der Welt. Millionen Menschen müssen hungern, 250.000 droht der Hungertod.