US-Präsidentschaftswahl - US-Demokratin Elizabeth Warren bereitet Präsidentschaftskandidatur vor Die Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts will in der kommenden Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump antreten. Diesen nannte sie einen „unsicheren Raffzahn“. © Foto: Andrew Harnik/AP Photo/dpa

Die Senatorin Elizabeth Warren möchte Kandidatin der demokratischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen in den USA werden. Das kündigte die 69-Jährige auf Twitter an. Sie gründe ein Komitee, das ihre Chancen im Fall einer Kandidatur ermitteln soll und es ihr ermöglicht, Mitarbeiter einzustellen und Spenden zu sammeln. Zuvor hatten die New York Times und die Washington Post darüber berichtet.

Warren vertritt seit 2013 den Bundesstaat Massachusetts im Senat. Zuvor war sie Juraprofessorin in Harvard. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 wurde sie als mögliche Vizekandidatin Hillary Clintons gehandelt. Damals schoss sie sich früh auf Trump ein. So nannte sie ihn etwa bei einer Rede einen "kleinen, unsicheren Geldraffer", der sich über die Finanzkrise gefreut habe.

Die Juristin gehört dem linken Flügel der Demokraten an und kritisierte wiederholt die Finanzbranche und ungezügelten Kapitalismus. In einem nun von ihr veröffentlichten Video fragt sie, warum es einigen hart arbeitenden Familien schlechter gehe als anderen. Diese Familien, so ihre Antwort, stürzten nicht in Schluchten, sondern liefen in Fallen. Die Mittelschicht werde angegriffen. "Milliardäre und große Firmen entschieden, dass sie selbst mehr vom Kuchen wollen und sie warben Politiker an, ihnen ein größeres Stück abzuschneiden." Warren sagt, sie wolle, dass Demokratie und Wirtschaft für alle funktionierten.

Warren streitet mit Trump um ihre indigenen Wurzeln

Warren hatte in der Vergangenheit behauptet, indigene Vorfahren zu haben. US-Präsident Donald Trump nannte sie deshalb Pocahontas. Bei einem Auftritt im Juli sagte er, sollte Warren 2020 für die Demokraten als Präsidentschaftsbewerberin antreten, werde er sie zu einem DNA-Test auffordern. Wenn dieser ihre Angaben bestätige, werde er ihr eine Million Dollar für eine Wohltätigkeitsorganisation geben.

Im Oktober legte die 69-Jährige daraufhin das Ergebnis eines DNA-Tests vor, wonach es "überzeugende Beweise" dafür gebe, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Sie forderte Trump auf, seine Wettschulden einzulösen, woraufhin dieser sie als Schwindlerin beschimpfte. Die Ergebnisse eines DNA-Tests, die Warren veröffentlichte, zeigten, dass sie relativ wenig indigenes Erbgut hat, verglichen mit anderen weißen US-Amerikanern.

Offener Kampf um die Kandidatur erwartet

Die New York Times erwartet einen außergewöhnlich offenen Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, da die Demokraten ohne Führung seien und offensichtliche Spitzenkandidaten fehlten. Warren ist die erste prominente Demokratin, die ihre Ambitionen öffentlich macht. Es wird erwartet, dass eine Reihe weiterer Demokraten in den nächsten Wochen folgen könnten. Die Wahl findet im November 2020 statt, die Vorwahlen beginnen im Februar desselben Jahres.

Neben Warren gelten der frühere Vizepräsident Joe Biden und der unabhängige Senator Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton gescheitert war, als mögliche Bewerber der Demokraten. Eine Kandidatur von Sanders würde Warrens Chancen schmälern, da beide um Stimmen aus dem linken Lager konkurrieren würden.