Der US-Sonderbeauftragte für die internationale Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), Brett McGurk, hat seinen Posten aufgegeben. McGurk trete zum 31. Dezember 2018 zurück, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Washington. Medienberichten zufolge protestiert McGurk mit seinem Schritt gegen die abrupte Ankündigung von Präsident Donald Trump, US-Truppen aus Syrien abzuziehen.

McGurk hätte im Februar ohnehin aus dem Amt scheiden sollen. Mit seinem kurzfristig eingereichten Rücktritt zog er diesen Schritt vor. Laut dem US-Fernsehsender CBS informierte Mc Gurk bereits am Freitag US-Außenminister Mike Pompeo über seine Entscheidung.

McGurks Rücktritt folgt auf den des Verteidigungsministers James Mattis, der am Donnerstag ebenfalls seinen Rückzug angekündigt hatte. Auch Mattis nannte als einen Grund für seine Entscheidung die Einschätzung Trumps, der IS in Syrien sei besiegt.  

Vor rund eineinhalb Wochen hatte McGurk es noch als unbesonnen bezeichnet, den Kampf gegen die Islamistenmiliz als beendet anzusehen. Es wäre unklug, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, hatte der Sonderbeauftragte gesagt.

Der 45-jährige Diplomat war 2015 noch von Trumps Vorgänger Barack Obama zum Sonderbeauftragten für die internationale Anti-IS-Koalition ernannt worden. Trump bestätigte ihn im Amt. Die USA hatten 2014 erstmals mit Luftangriffen in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen. 2015 wurden Truppen entsandt, um den IS zu bekämpfen und syrische Rebellen für den Kampf gegen die Terrormiliz auszubilden.

Trump: IS "weitgehend besiegt"

Trumps Ankündigung war vergangene Woche sowohl in den USA als auch bei den Verbündeten im Kampf gegen den IS auf Unverständnis gestoßen. "Sie haben das Recht auf einen Verteidigungsminister, dessen Ansichten mehr auf einer Linie mit Ihren Ansichten sind", schrieb Mattis an Trump, ging allerdings nicht konkret auf den US-Abzug aus Syrien ein.

Am Samstagnachmittag schwächte Trump seine frühere Formulierung leicht ab und schrieb auf Twitter davon, dass der IS "weitgehend besiegt" sei. Andere Länder in der Region wie etwa die Türkei sollten nun in der Lage sein, sich um das zu kümmern, was noch übrig sei, schrieb der Präsident.

Einziger militärischer Partner der USA in Syrien sind die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens, kurz SDF. Diese teilten am Donnerstag mit: "Der Krieg gegen den "Islamischen Staat" ist nicht beendet und die Gruppe ist nicht besiegt." Die US-Präsenz an der Seite der SDF schützt diese auch vor der Türkei, die die kurdische YPG-Miliz darin als terroristische, mit der PKK in der Türkei verbundene Gruppe betrachtet.

Der IS hält im Osten Syriens noch Orte und Gebiete, in denen etwa 15.000 Menschen leben, darunter 2.000 IS-Kämpfer. Insgesamt wird die Zahl der Islamisten, die in Syrien in den Untergrund abgetaucht sind, auf etwa 8.000 geschätzt.