Die USA haben Sanktionen gegen 15 Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU und mehrere Unternehmen in Russland verhängt. Das US-Finanzministerium führte eine Reihe von Gründen für die Strafmaßnahmen an: die russischen Manipulationsversuche im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, einen Hackerangriff auf die Weltdopingagentur, den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal in Großbritannien sowie anhaltende Versuche russischer Trollfabriken zur Manipulation der öffentlichen Meinung in den USA.

Ziel der Sanktionen sei "Abschreckung und Verteidigung" angesichts der "anhaltenden bösartigen Aktivitäten von Russland, seinen Vertretern und seinen Geheimdiensten", sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Die Strafen bestehen darin, dass mögliche Bankkonten der Betroffenen in den USA eingefroren werden. Zudem werden US-Bürgern jegliche Geschäfte mit ihnen untersagt.

Die meisten der nun mit Sanktionen belegten GRU-Agenten standen bereits zuvor auf schwarzen Listen der USA oder wurden von der US-Justiz angeklagt. Unter ihnen sind auch Alexander Petrow und Ruslan Boschirow, die britische Behörden als Hauptverdächtige des Nervengiftanschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im März im englischen Salisbury benannt haben.

Gleichzeitig kündigten die USA an, Sanktionen gegen den russischen Aluminiumkonzern Rusal und die mit ihm verbundenen Unternehmen En+ und EuroSibEnergo aufzuheben. Rusal-Gründer Oleg Deripaska hatte zuvor seine Unternehmensanteile reduziert und sich aus Führungsgremien zurückgezogen. Der kremlnahe Oligarch selbst steht aber weiterhin auf der Sanktionsliste der USA.

Bislang haben die USA nach eigenen Angaben Sanktionen gegen mehr als 270 Personen und Firmen mit Russlandbezug verhängt.