Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Autobombenanschlag in Kabul mit vier Toten und mehr als hundert Verletzten bekannt. Vier Attentäter hätten einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen zur Explosion gebracht, sagte ein Taliban-Sprecher. Mindestens 113 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt - darunter zwei deutsche Polizisten, wie aus dem Auswärtigen Amt in Berlin verlautete.

Wie der Spiegel berichtete, wurden die beiden Männer, ein Bundespolizist und ein Polizeibeamter aus Nordrhein-Westfalen, durch herumfliegende Glassplitter jeweils am Auge und an der Hand verletzt. Die beiden Polizisten sind demnach an einer Ausbildungsmission für afghanische Polizisten beteiligt.

Unter den Toten des ersten größeren Anschlags in Kabul in diesem Jahr sind drei Angehörige der Sicherheitskräfte und ein Zivilist. Mindestens 25 der Verletzten waren Kinder.

Die Bombe detonierte am Montagnachmittag in der Nähe des Green Village genannten Stadtteils . Bis vor Kurzem hätten Mitarbeiter der UN auf dem Gelände gelebt und gearbeitet, inzwischen sei es aber weitgehend geräumt, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Das Viertel war immer wieder zum Ziel von Anschlägen geworden.

In Afghanistan kommt es beinahe täglich zu Anschlägen auf Sicherheitskräfte und Regierungsmitarbeiter sowie auf Zivilisten, vor allem in der Hauptstadt Kabul. Viele der Angriffe werden den radikalislamischen Taliban zugerechnet, aber auch ein lokaler Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist in Afghanistan aktiv. Im November waren bei einem Anschlag auf eine Versammlung religiöser Führer mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 83 Menschen wurden verletzt.