Die französische Polizei hat den umstrittenen Ex-Sicherheitsbeauftragten von Präsident Emmanuel Macron, Alexandre Benalla, in Gewahrsam genommen. Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Die Regierung wirft dem im Juli aus seinem Amt entlassenen Berater den Missbrauch seiner Diplomatenpässe vor. Benalla sei auch nach seiner Kündigung noch rund 20 Mal mit den Dokumenten gereist, sagte Macrons Stabschef Patrick Strzoda vor dem Senat. Die Justiz ermittelt auch wegen des Verdachts der Fälschung. Eigentlich sollte sich Benalla am kommenden Montag den Fragen des Senats zu der Affäre stellen.

Der Name Benalla ist den Franzosen bereits seit dem Frühjahr ein Begriff. Medien hatten Macrons Sicherheitsberater damals vorgeworfen, bei der Pariser Maikundgebung Demonstranten verprügelt zu haben. Videoaufnahmen zeigen, wie Benalla mit einem Polizeihelm bekleidet auf Menschen einschlägt – obwohl er kein Polizist ist. Gegen ihn laufen deshalb auch Ermittlungen wegen Gewaltanwendung und des unerlaubten Tragens von Dienstabzeichen. Er musste seinen Posten im Élysée-Palast daraufhin räumen.

Rund eine Woche nach seiner Entlassung sagte Benalla der Zeitung Le Monde, er habe einen "politischen Fehler" gemacht, aber keine Straftat begangen. Er sei von den Medien nur benutzt worden, um Macron zu schwächen. "Es gab zuerst den Willen, dem Präsidenten zu schaden, das steht fest", sagte Benalla.

Macron war wegen der Anschuldigungen gegen seinen Mitarbeiter stark unter Druck geraten. Die Opposition warf ihm vor, Benalla lange gedeckt und auch nach seinem Rauswurf Kontakte zu ihm unterhalten zu haben. Kritisiert wurde er zudem, weil er sich lange nicht öffentlich zu der Affäre geäußert hatte. Später sprach Macron von "einem Sturm im Wasserglas". Bei einem nicht öffentlichen Treffen mit Abgeordneten seiner Partei La République en Marche hatte er schließlich gesagt, er übernehme Verantwortung für den Skandal, und bezeichnete Benallas Verhalten als "Enttäuschung oder einen Verrat".