Das russische Militär hat eine neue Mittelstreckenrakete vorgestellt. Der Marschflugkörper vom Typ 9M729 habe eine Reichweite von 480 Kilometern, sagte Generalleutnant Michail Matwejewski russischen Medienberichten zufolge und verstoße daher nicht gegen den INF-Vertrag. "Russland hat die Punkte des Vertrags streng beachtet, verfolgt sie weiterhin und lässt keine Verstöße zu", sagte Matwejewski.

Die USA und die Nato gehen davon aus, dass der neue Waffentyp tatsächlich weiter fliegt und daher den INF-Vertrag verletzt. Der 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene Abrüstungsvertrag sieht die Abschaffung aller bodengestützten nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von über 500 Kilometern vor. Die USA und die Nato bezichtigen Russland, mit seinem Raketensystem 9M729 gegen den Vertrag zu verstoßen. Die russische Regierung wirft den USA wiederum vor, Fakten zu manipulieren.

Die USA haben Russland ein Ultimatum von 60 Tagen gesetzt, um sich wieder an den INF-Vertrag zu halten. Die US-Regierung fordert außerdem die Zerstörung der besagten Waffen. Die Forderung läuft am 2. Februar aus. Wenn Russland den Vertrag verletze, ergebe es für die USA keinen Sinn mehr, im Vertrag zu bleiben, hatte US-Außenminister Mike Pompeo im Dezember erklärt. INF steht für Intermediate Range Nuclear Forces, also nukleare Mittelstreckensysteme.

Generalleutnant Matwejewski versicherte, die Reichweite der 9M729 habe sich gegenüber dem Vorgängermodell sogar um zehn Kilometer verringert. Das sei darauf zurückzuführen, dass die neue Rakete schwerer geworden sei. Russland hatte zuletzt auch die USA zu einer Präsentation des neuen Waffentyps eingeladen.