Die Mitgliedsstaaten der Nato wollen ihre Verteidigungsausgaben weiter steigern – und damit einer Forderung der USA nachkommen. Der Etat der Nato-Partner der Vereinigten Staaten werde sich im Jahr 2020 um rund 100 Milliarden US-Dollar erhöhen. Das gab Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz bekannt.

Bis Ende 2024 soll das Budget sogar um 350 Milliarden US-Dollar steigen. Grundlage der Berechnungen seien die Verteidigungsausgaben aus dem Jahr 2016. Detaillierte Zahlen zu den geplanten Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten will Generalsekretär Stoltenberg im März veröffentlichen.

US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt ein Ungleichgewicht der finanziellen Lasten innerhalb des Nato-Bündnisses bemängelt. Vor allem Deutschland kritisierte Trump wegen der vergleichsweise niedrigen Ausgabenquote – 1,24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die USA hatten zuletzt 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungszwecke bereitgestellt.

Vergangenen Sommer hatte Trump bei einem Nato-Gipfeltreffen sogar einen Austritt der USA aus dem Bündnis angedroht, sollten nicht alle Bündnispartner ihr Verteidigungsbudget unverzüglich auf zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts erhöhen.