US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un wollen Ende Februar zu einem zweiten Gipfeltreffen zusammenkommen. Der Ort solle später bekanntgegeben werden, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, nach einem Treffen zwischen Trump und Nordkoreas Unterhändler Kim Yong Chol im Weißen Haus mit. Zuletzt war vor allem Vietnam als möglicher Schauplatz im Gespräch.

Kim Yong Chol gilt als rechte Hand von Kim Jong Un. Über den konkreten Inhalt des rund eineinhalbstündigen Gesprächs mit Trump wurde zunächst nichts bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo lud den Unterhändler und die nordkoreanische Delegation nach dem Gespräch im Weißen Haus zum Mittagessen ein, wie das US-Außenministerium bestätigte.

Keine der beiden Seiten hatte den Besuch Kim Yong Chols im Vorfeld öffentlich angekündigt. Die USA sind vorsichtig, seit Kim Yong Chol im November kurzfristig ein verabredetes Treffen in Washington abgesagt hatte. Der Unterhändler ist der erste nordkoreanische Würdenträger seit fast 20 Jahren, der eine Nacht in der US-Hauptstadt verbrachte. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hatte die Delegation einen Brief Kim Jong Uns für Trump dabei.

Zuletzt kaum Fortschritte

Trump und Kim hatten sich im Juni 2018 bei einem historischen Gipfel in Singapur erstmals getroffen. Dort betonte der nordkoreanische Machthaber seine Bereitschaft zur "kompletten Denuklearisierung". Doch konkrete Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus.

Das isolierte stalinistische Land fordert eine Lockerung der internationalen Sanktionen, bevor es Zugeständnisse macht. Aber Trump hat deutlich gemacht, dass er vorerst an der Politik des maximalen Drucks auf Nordkorea festhalten will. Zuletzt waren kaum Fortschritte bei den Gesprächen bekannt geworden.

Die USA hatten auch ihren Ton gegenüber Nordkorea wieder verschärft. In der soeben veröffentlichten neuen Raketenabwehrstrategie wird das Land als "außerordentliche Bedrohung" bezeichnet: "Während nun ein möglicher neuer Weg zum Frieden mit Nordkorea besteht, stellt es weiterhin eine außerordentliche Bedrohung dar, und die USA müssen wachsam bleiben."

Trump hatte jedoch bereits mehrmals von einem möglichen zweiten Gipfel mit Kim Jong Un gesprochen. Die beiden stehen auch im regen Briefaustausch. Der nordkoreanische Machthaber hatte in seiner Neujahrsansprache seine Enttäuschung über mangelnden Fortschritt bei den Verhandlungen mit den USA ausgedrückt.

UN-Generalsekretär: Höchste Zeit für Verhandlungen

Nordkoreas Machthaber hatte zuletzt seine Nähe zu China demonstriert. Kim war in der vergangenen Woche in Peking, wo er Gespräche mit Präsident Xi Jinping führte. Es wird angenommen, dass er seine Strategie mit der chinesischen Führung abstimmen wollte. China ist mit Abstand Nordkoreas wichtigster Handelspartner und gilt als Lebensader für das Land. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hatte sich Kim in Peking auch für einen zweiten Gipfel mit Trump ausgesprochen, "um Ergebnisse zu erzielen, die von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werden".

Parallel zu dem Treffen in Washington soll es Medienberichten zufolge hochrangige Gespräche in Schweden geben, an denen unter anderem Nordkoreas Vizeaußenminister Choe Son Hui und der US-Korea-Sonderbeauftragte Stephen Biegun sowie die schwedische Außenministerin Margot Wallström teilnehmen sollen. Das schwedische Außenministerium bestätigte das Treffen. Schweden nimmt diplomatische Aufgaben für die USA in Nordkorea wahr, da die USA dort keine diplomatische Vertretung unterhalten.

Diplomaten brachten Vietnam und Thailand als mögliche Orte für ein zweites Treffen ins Spiel. Vietnams Ministerpräsident Nguyen Xuan Phuc sagte am Donnerstag, sein Land sei bereit, als Gastgeber zu fungieren. "Wir kennen die endgültige Entscheidung nicht. Sollte es jedoch hier passieren, werden wir unser Bestes geben, um das Treffen zu erleichtern", sagte Nguyen. Als mögliche Gipfelorte gelten die Hauptstadt Hanoi und die Küstenstadt Danang. Nach Angaben einer Quelle aus vietnamesischen Regierungskreisen werden bereits "logistische Vorbereitungen" mit Blick auf den möglichen Gipfel getroffen.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte in New York, es sei höchste Zeit für ernsthafte Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea, um die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu bekommen. Beide Seiten sollte sich auf einen Fahrplan darüber verständigen. Ein westlicher Diplomat warnte unterdessen vor einer Rückkehr zu der "explosiven Situation" von 2017, als das Regime in Pjöngjang mit Raketentests die internationale Gemeinschaft provozierte. Wenn Kim in den kommenden Monaten nichts umsetze, könne Trump nicht weiter behaupten, dass alles gut laufe.