Gabuns Präsident Ali Bongo hat kurz nach dem fehlgeschlagenen Militärputsch einen neuen Regierungschef eingesetzt. Er ernannte den früheren Minister Julien Nkoghe Bekale per Dekret zum neuen Ministerpräsidenten, wie das Generalsekretariat des Präsidialamts in einem Video bekannt gab. Sicherheitskräfte hatten einen Umsturzversuch am Montag nach kurzer Zeit niederschlagen können.

Der bisherige Amtsinhaber, Emmanuel Issoze-Ngondet, wurde zum "Mediator der Republik" ernannt. Es wird erwartet, dass Bekale in Kürze ein neues Kabinett vorstellt. Der neue Regierungschef hatte unter Ali Bongo und dessen 2009 verstorbenem Vater Omar Bongo mehrere Ministerposten inne. 2009 bis 2011 war er Ölminister. Damals soll es nach Angaben des gabunischen Rechnungshofs zu "Unregelmäßigkeiten" beim Umgang mit öffentlichen Geldern gekommen sein.

Am Montagmorgen hatten rund ein Dutzend Soldaten den staatlichen Rundfunk in der Hauptstadt Libreville besetzt und die Bevölkerung zum Aufstand aufgerufen. Sie gaben an, einen "nationalen Rat zu Erneuerung" eingesetzt zu haben, "um die Demokratie wiederherzustellen" und das Land vor "Chaos" zu schützen. Zwei Putschisten wurden getötet, ihr Anführer festgenommen.

Der 59-jährige Präsident Bongo hält sich derzeit nach einem Schlaganfall zur medizinischen Behandlung in Marokko auf. Wann er zurückkehrt, ist unklar. Während seiner Abwesenheit übertrug das Verfassungsgericht Gabuns Teile der Macht des Präsidenten auf dessen Stellvertreter und den Ministerpräsidenten. Das ölreiche zentralafrikanische Land wird seit 1967 von Vertretern der Familie Bongo regiert.