Das Europaparlament legt künftig im Internet offen, welche Lobbyistinnen und Lobbyisten Einfluss auf die Entstehung neuer Gesetze nehmen. Die Abgeordneten stimmten für eine entsprechende Änderung der Parlamentsordnung. Der Beschluss sieht vor, dass alle Ausschussvorsitzenden und die sogenannten Berichterstatter in Gesetzgebungsverfahren auflisten, welche Lobbyisten sie für ihre Arbeit treffen. Bislang waren diese Angaben freiwillig.

Der Europaabgeordnete der Grünen Sven Giegold sprach von einem Meilenstein für die europäische Demokratie. Mehr Transparenz stärke das Vertrauen in das Europaparlament. Der SPD-Europaabgeordnete Jens Geier sagte: "Transparenz und damit die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungsprozesse sind die besten Waffen gegen Spekulationen und Fake-News."

Kritischer äußerte sich der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. Er gebe gerne Auskunft über die Leute, mit denen er rede, "aber ich möchte das nicht allen Kolleginnen und Kollegen zwangsweise auferlegen", sagte er vor der Abstimmung. Manchmal gebe es ganz profane Gründe, dass man jemanden sprechen müsse, "weil er so drängelt".

Auf Antrag der Christdemokraten wurde über die neuen Transparenzregeln geheim abgestimmt. Vertreterinnen von Sozialdemokraten und Grünen hatten das kritisiert.