Kurz vor neuen Gesprächen in den USA hat die chinesische Regierung Zugeständnisse im Handelsstreit in Aussicht gestellt. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge soll der Nationale Volkskongress bereits im März über ein neues Gesetz zum Schutz ausländischer Firmen abstimmen. Damit sollen diese besser vor Einmischung durch die Regierung in Peking und vor Technologiediebstahl bewahrt werden. Am Mittwoch wird der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He in Washington erwartet. Für Donnerstag ist ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump vorgesehen.

Im Handelsstreit hatte Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping Anfang Dezember eine Stillhaltevereinbarung erzielt, die jedoch am 2. März ausläuft. Gelingt bis dahin keine Einigung, will Trump weitere Zölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Millionen Dollar verhängen. Momentan verhindert die Vereinbarung, dass sich der Konflikt zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt zu einem Handelskrieg ausweitet. Allerdings wird die chinesische Wirtschaft bereits jetzt durch den Streit spürbar geschwächt, was auch die Aussichten für die Weltkonjunktur eintrübt.

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor. Der US-Präsident kritisiert vor allem das hohe Defizit der USA im Warenaustausch mit der Volksrepublik. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird Liu den Amerikanern wahrscheinlich ein neues Angebot auf den Tisch legen, das die Zusage deutlich höherer Bestellungen in den USA vorsieht. Heikler ist Trumps Forderung nach einem besseren Schutz des geistigen Eigentums von US-Unternehmen. Als entscheidend für eine Annäherung gilt die Frage, ob die Versprechen der Chinesen überprüft und durchgesetzt werden können.

In der US-Wirtschaft sind die Erwartungen an die Gespräche gedämpft. Nicholas Lardy vom Peterson Institute for International Economics in Washington sagte, er hoffe, dass sich die Kontrahenten wenigstens so weit annähern, dass die Stillhaltefrist verlängert wird. Die Handelsexpertin Amanda DeBusk sagte, für die USA könne es von Vorteil sein, dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum verlangsamt hat. Möglicherweise sei China deswegen kompromissbereiter.

Zuletzt wurde der Handelsstreit zusätzlich belastet durch das Vorgehen der USA gegen den chinesischen Technologiekonzern Huawei. Dieser wurde am Montag in den USA wegen Geheimnisdiebstahls und Verstoßes gegen Iran-Sanktionen angeklagt. Huawei wies die Vorwürfe zurück, China sprach von einer "unzumutbaren Maßreglung".