Russland ist nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow zur Zusammenarbeit mit den USA bereit, um den zwischen den beiden Staaten vereinbarten INF-Abrüstungsvertrag zu retten. Er forderte die europäischen Länder dazu auf, bei den Verhandlungen zu helfen.

Gespräche zur Rettung des Vertrags waren am Dienstag ergebnislos geblieben. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, für das drohende Scheitern des Abkommens verantwortlich zu sein. "Es ist klar, dass Russland weiterhin in erheblicher Weise gegen den Vertrag verstößt", sagte Chefunterhändlerin Andrea Thompson vom US-Außenministerium nach dem Treffen. Die russische Seite sei nicht bereit gewesen, zu erklären, "wie sie es schaffen will, zur vollen und überprüfbaren Einhaltung" zurückzukehren. "Das Treffen war enttäuschend." Russland müsse seine Raketensysteme zerstören, die gegen den Vertrag verstoßen, fügte sie hinzu. Die Verantwortung liege "voll und ganz" bei den USA, widersprach Moskaus Verhandlungsführer Sergej Rjabkow laut russischen Nachrichtenagenturen.

Der 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene Abrüstungsvertrag sieht die Abschaffung aller bodengestützten, nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite über 500 Kilometer vor. Die USA und die Nato bezichtigen Russland, mit seinem Raketensystem 9M729 gegen den Vertrag zu verstoßen. Die russische Regierung wirft den USA wiederum vor, Fakten zu manipulieren.

US-Präsident Donald Trump verkündete Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag. Im Dezember räumte Washington Moskau eine letzte Frist von 60 Tagen bis Mitte Februar ein, um zu den Bestimmungen des Vertrages zurückzukehren. Russland reagierte auf die Vorwürfe und Forderungen, indem es wiederholt drohte, aufzurüsten.