Der frühere Verwaltungsratschef des Autobauers Nissan, Carlos Ghosn, bleibt in Japan vorerst in Untersuchungshaft. Das Bezirksgericht in Tokio lehnte die Forderung seiner Anwälte ab, die seit mehr als 50 Tagen andauernde Inhaftierung zu beenden.

Ghosn war am Dienstag erstmals seit seiner Festnahme am 19. November 2018 vor Gericht erschienen und hatte seine Unschuld beteuert. Seine Anwälte halten es für möglich, dass der 64-jährige Automanager noch für mindestens sechs weitere Monate in Haft bleiben könnte, bis sein Prozess beginnt. Ein Termin steht noch nicht fest.

"Ich wurde falsch beschuldigt und unfair festgenommen, basierend auf wertlosen und unbegründeten Anschuldigungen", sagte Ghosn vor Gericht. Seine Anwälte hatten die Anhörung gefordert, damit das Gericht die Gründe für die Haft erläutert. Der Richter rechtfertigte sie mit dem Risiko der Flucht. Zudem könnten Beweise vernichtet werden.

Die japanische Staatsanwaltschaft beschuldigt Ghosn, sein Einkommen jahrelang zu niedrig beziffert zu haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, Verluste aus Devisenabsicherungsgeschäften während der globalen Finanzkrise 2008/2009 auf Nissan übertragen zu haben.