Die von Russland Ende November festgesetzten 24 ukrainischen Matrosen müssen bis mindestens Ende April in Untersuchungshaft bleiben. Das hat ein Moskauer Stadtgericht entschieden, wie russische Medien berichteten. Der Inlandsgeheimdienst FSB hatte im Vorfeld auf eine Verlängerung der U-Haft gedrungen. Die Richter hatten darüber zwei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten.

Ein Anwalt der Seeleute kündigte an, Berufung einzulegen, auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die ukrainische Regierung hatte Russland in der vergangenen Woche ebenfalls vor dem Gerichtshof in Straßburg verklagt. Sie wirft Moskau vor, die Rechte der Ukrainer unter anderem auf einen fairen Prozess verletzt zu haben. Bei einem Prozess in Russland drohen den Matrosen bis zu sechs Jahre Haft. 

Ende November 2018 waren drei ukrainische Marineschiffe beim Versuch, aus dem Schwarzen Meer ins Asowsche Meer zu gelangen, von der russischen Küstenwache gewaltsam gestoppt und festgesetzt worden. 24 Besatzungsmitglieder wurden nach russischen Angaben wegen Grenzverletzung festgenommen. Ihnen soll in Moskau der Prozess gemacht werden.

Durch den Vorfall war der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erneut eskaliert. Die Meerenge von Kertsch liegt zwischen der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim und dem russischen Festland und wird von der russischen Marine kontrolliert. Die Regierung in Kiew wirft der russischen Regierung vor, die Matrosen als Kriegsgefangene genommen zu haben.