Die Bundesregierung will neue Sanktionen gegen den Iran verhängen. Wie der Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR berichtet, wird das Luftfahrt-Bundesamt die Betriebserlaubnis für die private iranische Mahan Air noch in dieser Woche aussetzen. Grund sind demnach Hinweise, nach denen der iranische Geheimdienst Attentate in Europa verübt und geplant haben soll.

Eine offizielle Bestätigung für diese Maßnahme gibt es nicht. Dem Bericht zufolge teilte das Auswärtige Amt mit, über "interne politische Abstimmungsprozesse" gebe man keine Auskunft.

Die iranische Mahan Air, die aus Teheran sowohl Düsseldorf als auch München anfliegt, steht bereits seit 2011 auf einer Sanktionsliste der USA. Zudem drängt die US-Regierung seit Jahren ihre Verbündeten dazu, ihr den Flugbetrieb zu untersagen. Mahan-Geschäftsführer Hamid Arabnedschad Chanooki soll demnach enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden haben. Nach US-Angaben transportierten die Maschinen der Fluglinie Kämpfer, Waffen und Munition nach Syrien.

Zuletzt hatte auch die EU Sanktionen gegen den Iran verhängt. Sie setzte zwei iranische Staatsbürger und einen Geheimdienst des Landes auf die überarbeitete EU-Terrorliste.

So soll nach Erkenntnissen europäischer Geheimdienste der iranische Geheimdienst in den vergangenen Jahren zwei Morde in den Niederlanden begangen und weitere Anschläge geplant haben. Dabei waren im Juli in Belgien zwei Verdächtige wegen eines angeblich geplanten Terroranschlags auf eine Versammlung von 25.000 Exil-Iranern in Frankreich festgenommen worden. Ende September wurde nach Angaben des dänischen Inlandsgeheimdiensts PET außerdem ein Anschlag auf eine Gruppe in Dänemark lebender Iraner vereitelt, die sich für die Unabhängigkeit der iranischen Region rund um die Stadt Ahwas engagieren. In beiden Fällen machten europäische Ermittler einen iranischen Geheimdienst verantwortlich.

Hierzulande ermittelt die Bundesanwaltschaft seit Kurzem auch wegen des Verdachts auf Spionage für einen iranischen Nachrichtendienst gegen einen Deutschafghanen, der für die Bundeswehr tätig war. Gegen den am Dienstag im Rheinland festgenommenen Mann sei am 6. Dezember des vergangenen Jahres Haftbefehl erlassen worden, hatte die Behörde mitgeteilt. Er sei Sprachauswerter und landeskundiger Berater der Bundeswehr gewesen. Die Bundesregierung hat diesbezüglich auch offiziell Protest bei der iranischen Regierung eingelegt.