Die iranische Fluggesellschaft Mahan Air darf nicht mehr in Deutschland starten oder landen. Das Luftfahrtbundesamt hat dem Unternehmen mit sofortiger Wirkung die Betriebserlaubnis entzogen. Das sei "zur Wahrung der außen- und sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland unverzüglich erforderlich", teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts mit. Von iranischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

Der Sprecher begründete den Schritt damit, dass die Airline Ausrüstung und Personen in Kriegsgebiete im Nahen Osten, vor allem nach Syrien, transportiere. Auftraggeber seien regelmäßig die Iranischen Revolutionsgarden, die auch "in staatsterroristische Akte verstrickt" gewesen seien. Zudem gebe es "gravierende Anhaltspunkte" für das Agieren iranischer Geheimdienste in Europa.

Die US-Regierung begrüßte die Entscheidung. "Die Fluggesellschaft transportiert Waffen und Kämpfer in den Nahen Osten und unterstützt damit die destruktiven Ambitionen des iranischen Regimes in der Region", schrieb Außenminister Mike Pompeo auf Twitter. Er forderte alle Verbündeten auf, dem Beispiel Deutschlands zu folgen. Die Vereinigten Staaten hatten Mahan Air bereits 2011 mit Sanktionen belegt. Die US-Regierung in Washington drängt Verbündete seit Jahren, Mahan den Flugbetrieb zu untersagen.

In Deutschland hatte Mahan zuletzt die Ziele München und Düsseldorf angeflogen. Ihr Geschäftsführer, Hamid Arabnedschad Chanooki, soll enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden haben. Auch die EU hatte den Iran zuletzt mit Sanktionen belegt. Sie wirft dem iranischen Geheimdienst vor, in den Niederlanden zwei Morde begangen und Anschläge auf Exiliraner in Frankreich und Dänemark geplant zu haben.