In der syrischen Stadt Manbidsch ist es zu einem Selbstmordanschlag gekommen. Dabei kamen auch mehrere US-Soldaten ums Leben. "Militärangehörige wurden heute während einer Routinepatrouille in Syrien bei einer Explosion getötet", sagte ein Sprecher der US-geführten Koalition gegen die Miliz "Islamischer Staat" (IS). Nähere Angaben zur Zahl der getöteten Amerikaner machte er nicht.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass bei dem Anschlag auf ein Restaurant neun Zivilisten, fünf syrische Kämpfer und zwei US-Soldaten getötet worden seien. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie zumeist nicht zu überprüfen. Zu dem Selbstmordattentat bekannte sich der IS über sein Propagandaorgan Amaq.

Die Stadt Manbidsch war im Jahr 2016 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition von den Dschihadisten erobert worden. Seitdem wird sie von der syrischen Kurdenmiliz und verbündeten arabischen Milizen kontrolliert. Auch US-Soldaten sowie französische Spezialkräfte sind in der Stadt westlich des Euphrat stationiert, in der es zuletzt weitgehend ruhig war.

Die Stadt ist aber ein zentraler Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA. Die Regierung in Ankara dringt seit Langem auf den Abzug der YPG, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet.

Kurden lehnen von Türkei kontrollierte Sicherheitszone ab

Am Mittwoch wurde zudem klar, dass Syriens Kurden eine von der Türkei kontrollierte Sicherheitszone im Norden des Landes ablehnen. Es handele sich bei dem Vorschlag nicht um eine Sicherheitszone, sondern um eine neue türkische Invasion, sagte Sihanok Dibo, führendes Mitglied des politischen Arms der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die von Kurden angeführt werden. Vorstellbar sei eine solche Zone allenfalls unter Kontrolle der UN, sie müsste dann vom Sicherheitsrat beschlossen werden.

US-Präsident Donald Trump hatte in einem Tweet eine Sicherheitszone an der türkisch-syrischen Grenze erwähnt. Den USA geht es vor allem darum, eine Konfrontation zwischen der Türkei und der mit Washington verbündeten syrischen Kurdenmiliz YPG zu verhindern.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan erklärte nach einem Telefonat mit Trump, sein Land könnte eine Sicherheitszone umsetzen, wenn allen voran die USA finanzielle und logistische Unterstützung dafür gewährten. Ihm zufolge soll die Zone rund 30 Kilometer tief sein.