Das mazedonische Parlament hat die Umbenennung des Landes in Nordmazedonien beschlossen. Für die entsprechende Verfassungsänderung stimmten 81 der 120 Abgeordneten. Damit wurde die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erreicht. Dafür war die Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Zoran Zaev auf Stimmen der Opposition angewiesen. Alle anwesenden Parlamentarier stimmten für die Umbenennung, die anderen 39 blieben der Abstimmung fern.

Nun muss noch das griechische Parlament dem Schritt zustimmen. Die Umbenennung ist Teil einer Vereinbarung mit Griechenland, die einen jahrzehntelangen Namensstreit zwischen den beiden Ländern beenden soll. Mit einer Einigung würde auch eine Mitgliedschaft Mazedoniens in der EU und der Nato möglich. Die griechische Regierung blockiert bisher eine Aufnahme.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte, er setze nun darauf, dass auch das Parlament in Athen der Vereinbarung zustimmen werde. Dann könne das Land Nordmazedonien "bald der Nato beitreten und Beitrittsgespräche mit der EU eröffnen".

Nach der Erringung der Unabhängigkeit im Prozess des Zerfalls Jugoslawiens im Jahr 1991 wurde das Land unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien Mitglied der Vereinten Nationen. Griechenland besteht seitdem auf einer Namensänderung, weil eine Provinz im Norden des Landes ebenfalls den Namen Mazedonien trägt.