Saudi-Arabien hat nach Angaben des US-Außenministers zugesagt, die Mörder von Jamal Khashoggi zur Verantwortung zu ziehen. Mike Pompeo, der derzeit durch den Nahen Osten reist, traf in Riad den saudischen König Salman und dessen Sohn, Kronprinz Mohammed bin Salman. Anschließend sagte Pompeo, beide hätten zugestimmt, dass "Rechenschaft stattfinden muss". Die USA und Saudi-Arabien seien aber noch dabei, die nötigen Fakten zum Tod des Journalisten zusammenzutragen. 

Khashoggi war Anfang Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Nach offiziellen saudischen Angaben gaben der damalige Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani den Befehl, ihn zu töten. Ob Kronprinz Mohammed bin Salman davon tatsächlich nichts wusste, ist umstritten.

Der US-Senat war Mitte Dezember zu dem Schluss gekommen, dass der Kronprinz für die Ermordung Jamal Khashoggis verantwortlich sei. Sie beriefen sich auf einen Geheimdienst-Bericht, wonach Mohammed bin Salman von den Mordplänen wusste. Der Senat stellte sich damit gegen Präsident Donald Trump, der sich mit Kritik an Saudi-Arabien zurückhält, den Kronprinzen trotz dem Mord an Khashoggi sogar lobte. Saudi-Arabien ist für Washington seit langem nicht nur ein strategischer Partner, sondern auch ein wichtiger Kunde: 61 Prozent der Waffen, die in den letzten zehn Jahren an die saudische Armee geliefert wurden, kamen aus den USA.

Die USA erwarten laut Pompeo nun, dass sich alle, die am Mord an Khashoggi beteiligt waren, vor Gericht verantworten müssen. Dazu seien die Verantwortlichen in Saudi-Arabien auch fest entschlossen, sagte der Minister. Neben dem Fall Khashoggi habe er in Riad auch Fragen der Menschenrechte angesprochen, so Pompeo.