Nach einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe Ziele in dem Küstengebiet angegriffen. Israelische Kampfjets hätten "zwei der unterirdischen Strukturen" der dort herrschenden radikalislamischen Hamas beschossen, teilte die Armee am Sonntagmorgen auf Twitter mit.

Die Aktion diene dem Schutz der israelischen Zivilbevölkerung. Zu Opfern gab es zunächst keine Angaben. Aus Sicherheitskreisen in Gaza hieß es, die Stadt sei von den israelischen Luftangriffen getroffen worden, es sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Im November war der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen in dem blockierten Küstenstreifen gefährlich eskaliert. Fast 500 Raketen und Mörsergranaten wurden auf Israel abgefeuert. Dabei wurde ein Mann in Israel getötet, bei heftigen israelischen Gegenangriffen kamen sieben Palästinenser ums Leben. Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe hatte seitdem weitgehend gehalten.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird.  Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom. 

"Es gibt jetzt keine weiteren Grenztunnel mehr"

An der Grenze zum Libanon hat das israelische Militär nach eigenen Angaben einen letzten Angriffstunnel der libanesischen Hisbollah-Miliz entdeckt. "Nach den Geheimdienstinformationen und unserer eigenen Einschätzung gibt es jetzt keine weiteren Grenztunnel mehr", sagte Militärsprecher Jonathan Conricus.

Seit Anfang Dezember hat die Armee damit nach eigenen Angaben sechs unterirdische Grenztunnel der schiitischen Miliz gefunden. Der nun entdeckte Tunnel sei der bisher "längste und ausgereifteste" gewesen, sagte Conricus. Er habe rund 800 Meter vor der Grenze in dem libanesischen Dorf Ramjeh begonnen und sei einige Dutzende Meter tief in israelisches Gebiet eingedrungen. Er sei in 55 Metern Tiefe verlaufen.

Der israelischen Armee zufolge wollte Hisbollah die Tunnel dazu nutzen, israelische Soldaten oder Zivilisten zu verschleppen, zu töten oder im Konfliktfall einen Teil des israelischen Gebiets zu erobern. Keiner der Tunnel war demnach bereits einsatzbereit. Sie wurden von israelischem Gebiet aus zerstört.