Im Niger gehen Streitkräfte seit Ende Dezember verstärkt gegen die Terrormiliz Boko Haram vor. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bei Luftangriffen mehr als 200 Boko-Haram-Kämpfer getötet, zudem seien weitere 87 von Bodentruppen "neutralisiert" worden. Der Einsatz konzentriert sich vor allem auf die Region um den Fluss Komadougou Yobé, der die Grenze zwischen Nigeria und Niger bildet, sowie auf die Inseln im Tschadsee. Nigrische Soldaten wurden bei den Einsätzen nicht getötet.

Die nigrische Armee hatte zum Jahresanfang befürchtet, dass Boko Haram Militärstützpunkte in der Grenzregion attackieren könnte. Die Regierung verfolgt zudem die Lage im Nachbarland Nigeria mit Sorge, wo die Terrormiliz drei Militärstellungen im Nordosten einnahm.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Militärkreise berichtet, wurde am Dienstag eine Stellung im nigerianischen Bundesstaat Borno von Kämpfern der IS-nahen Terrormiliz "Islamischer Staat Provinz Westafrika" (ISWAP) eingenommen. ISWAP-Kämpfer hatten zuletzt ihre Aktivitäten in Borno und Yobe ausgeweitet und mehrere Kontrollposten und Stützpunkte attackiert.

1,8 Millionen Menschen auf der Flucht vor Boko Haram

Schon seit Jahren kämpft die Islamistenmiliz Boko Haram für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Trotz wiederholter Beteuerungen der Regierung, Boko Haram sei besiegt, verstärkte die Miliz in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf zivile und militärische Ziele wieder.

Durch die Angriffe von Boko Haram wurden in den vergangenen neun Jahren mehr als 27.000 Menschen getötet. 1,8 Millionen Menschen sind immer noch auf der Flucht.