Der chinesische Präsident Xi Jinping sieht eine "seltene historische Chance" für eine Einigung auf der Koreanischen Halbinsel. Er habe gegenüber Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei dessen Besuch in Peking die Hoffnung ausgedrückt, Kim und US-Präsident Donald Trump würden bei einem möglichen zweiten Gipfeltreffen aufeinander zugehen, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Kim versprach demnach, sein Land werde sich darum bemühen, "Ergebnisse zu erzielen, die von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werden".

Kim war Anfang der Woche mit seiner Frau und mehreren hochrangigen Beamten zu einem mehrtägigen Besuch in China eingetroffen. Nach Einschätzung von Experten diente die Reise dazu, sich vor dem geplanten nächsten Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump mit der chinesischen Führung abzustimmen. Die Beziehungen mit China seien laut Kim auf "ein neues Hoch" befördert worden.

Pjöngjangs "grundsätzliche Position, eine friedliche Lösung durch Dialog zu verfolgen, bleibt unverändert", sagte Kim laut der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Er habe allerdings seine "Sorge" über den Stillstand in den Verhandlungen mit den USA ausgedrückt.

Nordkorea ist international weitgehend isoliert. China ist seit Langem der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur in den Verhandlungen über die atomare Abrüstung in Nordkorea. Mit den Atom- und Raketentests Nordkoreas war das Verhältnis 2017 zwar getrübt worden. Es erholte sich Anfang 2018 aber schnell, als Kim seine Annäherung an Südkorea einleitete und seine Provokationen einstellte. China sei bereit, eine "positive und konstruktive Rolle" bei der Denuklearisierung der Halbinsel zu spielen, sagte Xi.

Konkrete Zusagen Nordkoreas fehlen

Die Verhandlungen über die Denuklearisierung Nordkoreas waren zuletzt ins Stocken geraten. Nach Angaben von US-Präsident Trump besprechen dessen Regierung und jene Kims nach dem historischen Gipfel im vergangenen Juni in Singapur derzeit ein mögliches zweites Treffen. Am Sonntag hatte Trump mitgeteilt, Ort und Zeitpunkt sollen "möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet" werden. 

Bei ihrem ersten Treffen in Singapur hatten sich Trump und Kim allgemein auf das Ziel einer atomaren Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel geeinigt. Doch konkrete Zusagen, bis wann das nordkoreanische Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus.