Zwei Monate nach der Ablösung von US-Justizminister Jeff Sessions wird offenbar auch dessen Stellvertreter Rod Rosenstein das Ministerium verlassen. Das berichten unter anderem die New York Times und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Regierungskreise. Der für die Ermittlungen zur Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump zuständige Aufseher im Justizministerium werde seinen Posten aufgeben, sobald Sessions Nachfolger William Barr vom Senat für das Amt bestätigt sei.

Barr muss sich in der kommenden Woche den Fragen der Senatoren im Justizausschuss stellen. Sobald er dort und im Plenum bestätigt wird, darf er sein Amt antreten. Das könnte noch im Januar passieren. 

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, sie habe nicht mit Rosenstein gesprochen. Sie sei sich aber sicher, dass weder Trump noch das Präsidialamt ihn aus dem Amt drängen wollten.

Rosenstein war wegen der Russland-Ermittlungen wiederholt von Trump attackiert worden. Er übernahm 2017 die Aufsicht und ernannte Sonderermittler Robert Mueller als Leiter der Untersuchung, nachdem sich der damalige Justizminister Jeff Sessions in der Angelegenheit für befangen erklärt hatte. Trump entließ Sessions kurz nach der Kongresswahl im vergangenen November und setzte Matt Whitaker als kommissarischen Justizminister ein. Dieser übernahm die Aufsicht über Muellers Ermittlungen. Das wurde stark kritisiert, weil Whitaker die Untersuchung in Frage gestellt hatte.

Mueller geht dem Verdacht einer mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 und möglicher Verbindungen zu Trumps Wahlkampfstab nach. Russland hat die Vorwürfe zurückgewiesen, ebenso wie Trump, der die Ermittlungen wiederholt als "Hexenjagd" kritisiert hat.