Die russischen Behörden haben einen US-Bürger unter Spionageverdacht festgenommen. Der Mann sei auf frischer Tat bei einem "Spionageakt" in Moskau gefasst worden, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Gegen den US-Bürger sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Bei einer Verurteilung drohe ihm eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft.

Das US-Außenministerium teilte mit, es sei vom russischen Außenministerium offiziell über den Fall informiert worden. Gemäß der Wiener Konvention sei Moskau verpflichtet, konsularische Betreuung zu gewähren. "Wir haben darum nachgesucht und erwarten, dass dem stattgegeben wird", sagte ein Außenamtssprecher.

In den USA meldete sich ein Mann zu Wort, der sich als Bruder des Festgenommenen bezeichnete. Dem Sender CNN sagte er, sein Bruder, ein Ex-Soldat, sei wegen einer Hochzeit in Moskau gewesen. Seit dem 28. Dezember habe seine Familie nichts mehr von ihm gehört. "Wir machen uns große Sorgen um seine Sicherheit und sein Wohlergehen. Er ist zweifellos unschuldig und wir vertrauen darauf, dass seine Rechte respektiert werden", hieß es in der Stellungnahme.

In den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten zuletzt mehrere Spionageskandale für Spannungen gesorgt, darunter der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julija in Großbritannien sowie die Verurteilung der Russin Marija Butina wegen Agententätigkeit in den USA.

Butina hatte im Dezember vor einem Bundesgericht in Washington gestanden, im Auftrag ihres Heimatlandes konservative Zirkel der Vereinigten Staaten unterwandert zu haben. Sie hatte laut ihrem Geständnis enge Kontakte zur Waffenlobby NRA geknüpft und auch in ranghohen Kreisen der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump verkehrt. Ein Urteil wird im Februar oder später erwartet.