Syrien-Konflikt - Israels Militär greift iranische Ziele in Syrien an Das israelische Militär hat die iranische Al-Kuds-Brigade in Syrien beschossen. Zugleich warnte Israel die syrische Regierung vor Angriffen auf sein Staatsgebiet. © Foto: Ammar Safarjalani/XinHua/dpa

Bei den Luftangriffen Israels auf iranische Ziele in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten elf Menschen getötet worden. Neun der Opfer seien Ausländer, zwei von ihnen kämen aus Syrien, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mehrere Verletzte seien zudem in kritischem Zustand, so dass die Totenzahl noch steigen könne, erklärte die in Großbritannien ansässige Organisation. Ihre Quellen nannte sie nicht.

Die israelischen Streitkräfte hatten zuvor mitgeteilt, Ziele der Al-Kuds-Brigaden sowie der syrischen Armee angegriffen zu haben – darunter mehrere Waffendepots sowie ein iranisches Trainingslager. Die Al-Kuds-Brigaden sind die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden und werden vor allem im Ausland eingesetzt. Nach Angaben des israelischen Fernsehens handelt es sich bei den Bombardements um den bisher schwersten Angriff Israels in Syrien.

Am Sonntag hatte die israelische Raketenabwehr ein Geschoss abgefangen, das die Al-Kuds-Brigaden auf den Golanhöhen abgefeuert haben sollen. Besucher des Skigebiets Hermon waren Zeugen des Vorfalls. Zuvor hatten israelische Kampfjets mehrere Raketen auf den Flughafen von Damaskus abgefeuert, die aber von der syrischen Abwehr abgefangen worden sein sollen.

Der iranische Luftwaffenchef hat Israel nach dessen Angriffen mit Vernichtung gedroht. "Die jungen Leute in der Luftwaffe brennen darauf, gegen das Zionistenregime zu kämpfen und es von der Erde zu entfernen", zitiert die vom Staatsfernsehen gelenkte Website Young Journalist Club Brigadegeneral Asis Nasirsadeh.

Israel greift seit Jahren immer wieder Einrichtungen des Iran und der verbündeten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in Syrien an. In den vergangenen Jahren hat die Regierung derartige Angriffe in dem Bürgerkriegsland und Berichte darüber nur sehr selten offen kommentiert. Der Iran ist neben Russland der engste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in dem seit sieben Jahren andauernden Krieg.

Israels Geheimdienstminister Israel Katz sagte dem israelischen Fernsehen, die neue offene Haltung stärke die Abschreckung des Landes. "Wer sich bekennt, der sagt: Ich bin hier", sagte Katz. Die Botschaft sei eindeutig: Wer Raketen auf Israel abfeuere, "der wird den vollen Preis zahlen".

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kürzlich bestätigt, dass sein Land Hunderte von Zielen in Syrien attackiert habe, die mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz in Verbindung gestanden hätten. Dazu zählte auch ein Angriff auf ein Waffenlager vor zwei Wochen. Während eines Besuchs im Tschad am Sonntag hatte sich Netanjahu ebenfalls zu Angriffen auf iranische Stellungen in Syrien geäußert: "Wir haben eine dauerhafte Politik: mit Angriffen gegen die iranische Etablierung in Syrien vorzugehen und jeden zu attackieren, der uns schädigen will."