Venezuela hat die diplomatischen Beziehungen zu den USA abgebrochen. Das diplomatische Personal müsse innerhalb von 72 Stunden das Land verlassen, sagte Präsident Nicolás Maduro. Die USA hatten zuvor Parlamentspräsident Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Guaidó vertrete "das einzige legitime" Staatsorgan des Landes, weil er "ordnungsgemäß" vom venezolanischen Volk gewählt worden sei, teilte das Weiße Haus mit. Der Präsident des entmachteten Parlaments von Venezuela hatte sich zuvor selbst zum Staatschef des südamerikanischen Landes erklärt.

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Sicherheitskräfte in Venezuela aufgefordert, einer friedlichen Machtübergabe nicht im Wege zu stehen. Pompeo rief das Militär und andere Sicherheitskräfte dazu auf, "die Demokratie zu unterstützen und alle Bürger Venezuelas zu schützen". Das Volk habe lange genug unter der "katastrophalen Diktatur" von Präsident Nicolás Maduro gelitten. Man werde eng mit dem Parlament zusammenarbeiten, um eine Rückkehr Venezuelas zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter der USA hat angekündigt, die USA könnten ihre Wirtschaftssanktionen gegen die Maduro-Regierung drastisch verschärfen, sollte Maduro eine friedliche Machtübergabe ablehnen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Auch ein militärisches Vorgehen schloss er demnach nicht aus: "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

Juan Guaidó hatte bei einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern in der Hauptstadt Caracas gesagt: "Vor dem allmächtigen Gott gelobe ich, die Kompetenzen der Exekutive als Interimspräsident von Venezuela zu übernehmen." Zahlreiche Menschen hatten sich zu Protesten gegen die sozialistische Regierung Maduros versammelt. "Lasst uns alle schwören, dass wir nicht ruhen, bis wir die Freiheit erlangt haben", sagte Guaidó.

Organisation Amerikanischer Staaten erkennt Guaidó an, Mexiko nicht

Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat Guaidó anerkannt. "Unsere Glückwünsche für Juan Guaidó als Interimspräsident von Venezuela. Er hat unseren Rückhalt, um das Land wieder zurück zur Demokratie zu führen", schrieb OAS-Generalsekretär Luis Almagro am Mittwoch auf Twitter. In der Organisation sind 35 Staaten Mitglied. Die OAS soll den Frieden auf dem amerikanischen Kontinent stärken.

Außerdem erkannten auch die Präsidenten Brasiliens, Kolumbiens und Paraguays Guaidó als Übergangspräsidenten Venezuelas an. Auch Kanada akzeptiere Guaidó als Staatschef, verlautete laut der Nachrichtenagentur AP aus Regierungskreisen in Ottawa.

Mexikos Regierung hält dagegen an Nicolás Maduro als Präsidenten fest. Mexiko behalte seine bisherige Beziehung mit der legitim gewählten Regierung in dem südamerikanischen Land bei, sagte der Sprecher von Präsident Andrés Manuel López Obrador, Jesús Ramírez, dem Fernsehsender Milenio TV.