Die venezolanische Regierung hat sämtliche Häfen des Landes für auslaufende Schiffe gesperrt. Bis zum 24. Februar dürften keine Schiffe mehr die Häfen verlassen, heißt es in einer Anweisung der Streitkräfte, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. In dem Dokument werden Sicherheitsgründe für die Maßnahme angeführt. Mit der Blockade will die Regierung offenbar verhindern, dass Hilfslieferungen der USA ins Land gelangen.

Der Oppositionsführer und selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó forderte die Regierung von Präsident Nicolás Maduro auf, die bislang blockierte Hilfe bis Samstag ins Land zu lassen. Nach seinen Angaben stünden mindestens 700.000 Freiwillige bereit, um am 23. Februar die Tonnen von Medikamenten und Lebensmitteln abzuholen und an die Bevölkerung zu verteilen. Maduro sieht in den Hilfen einen Vorwand für eine US-geführte Militärintervention.  

Nach Einschätzung von Beobachtern fand Maduros Wiederwahl im vergangenen Jahr nicht unter freien und fairen Bedingungen statt. Die Opposition rief daraufhin zu Massenprotesten auf, an deren Spitze sich Parlamentspräsident Guaidó stellte.    

Seit Beginn der Proteste schottet sich Venezuela immer weiter ab. Am Dienstag hatte Verteidigungsminister Vladimir Padrino erklärt, dass die Armee an allen Landesgrenzen im Alarmzustand sei. Auch die Luft- und Seegrenze zu den vorgelagerten niederländischen Antilleninseln Aruba, Bonaire und Curaçao sei geschlossen.