US-Präsident Donald Trump hat die Aufnahme einer Dschihadistin abgelehnt, die nach Angaben ihres Anwalts in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Er habe seinen Außenminister Mike Pompeo angewiesen, Hoda Muthana nicht zurück ins Land zu lassen, teilte Trump auf Twitter mit. Pompeo stimme ihm dabei "voll und ganz" zu.

Der Außenminister hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass Muthana keine "rechtliche Grundlage" für die Rückkehr habe. Sie besitze weder einen gültigen US-Reisepass noch einen Anspruch darauf, auch verfüge sie über kein Visum für die Vereinigten Staaten. Muthana hatte vor einigen Jahren ein Foto im Internet veröffentlicht, das sie und andere Frauen offensichtlich dabei zeigt, wie sie ihre westlichen Reisepässe verbrennen.

Um Muthanas Staatsbürgerschaft könnte es nun einen juristischen Streit geben, denn Pompeos Angaben widersprechen denen ihres Anwalts Hassan Shibly. Seinen Informationen zufolge sei sie US-Bürgerin und habe einen gültigen Reisepass. Muthana sei 1994 im US-Bundesstaat New Jersey geboren worden, sagte Shilby der Zeitung USA Today. Er veröffentlichte eine Kopie der Geburtsurkunde der Frau, die zwei Monate nach ihrer Geburt ausgestellt wurde. Shilby forderte deshalb die Aufnahme Muthanas. "Wenn Menschen das Gesetz brechen, haben wir ein Rechtssystem, um mit diesen Arten von Situationen umzugehen, um Menschen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte er. "Und das ist alles, worum sie bittet."

Die heute 24-Jährige hatte Ende 2014 das Haus ihrer Eltern in Alabama verlassen und war später in Syrien wieder aufgetaucht. Von dort aus rief sie über das Internet zur Gewalt gegen die USA auf. Sie war mit zwei Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verheiratet, die beide bei Gefechten ums Leben kamen. Mit einem bekam sie einen heute 18 Monate alten Sohn. Von einem Flüchtlingslager aus bat sie nun um Vergebung und eine Wiedereinreise in die USA. In einem Gespräch mit der britischen Zeitung Guardian zeigte sie Bedauern darüber, Onlinepropaganda für die IS-Miliz gemacht zu haben.

In Syrien sitzen Hunderte ausländische IS-Kämpfer und ihre Angehörigen in kurdischer Haft. Trump hatte am Wochenende Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere europäische Staaten aufgerufen, ihre Staatsbürger aus Syrien zurückzunehmen und in Europa vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen. Diese sind aber nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte. In Deutschland wie anderen Ländern löste dies eine Debatte über den Umgang mit Dschihad-Rückkehrern aus.