Die Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China gehen weiter. In Peking setzten sich US-Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mit Vizeministerpräsident Liu He zusammen, dem wichtigsten Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping. Das Ziel: den Konflikt um die strittigen Zollvereinbarungen möglichst vor dem 1. März zu lösen. 

Seit einem Jahr erheben die USA Sonderzölle von bis zu 25 Prozent auf fast die Hälfte aller chinesischen Exporte. Das sind Waren im Wert von rund 250 Milliarden Dollar. China beschloss als Reaktion Zollerhöhungen im Umfang von 110 Milliarden Dollar auf US-Importe. Der Hintergrund: Donald Trump stört sich am hohen US-Defizit im Warenaustausch mit China und wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken sowie den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China bestreitet das.

Anfang Dezember hatte der US-Präsident einen 90-tägigen "Waffenstillstand" im Handelsstreit verkündet. Gebe es jedoch bis zum 1. März keine Übereinkunft, werde er tags darauf Zölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Millionen Dollar von zehn auf 25 Prozent erhöhen. Nun deutete Trump an, dass er dieses Ultimatum verschieben könnte, wenn die Gespräche in Peking gut liefen.

Einem Medienbericht zufolge denkt Trump darüber nach, die Frist um 60 Tage zu verlängern. So könne den Gesprächen mehr Zeit gegeben werden, meldete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider. Ökonomen und Geschäftsleute glauben der Agentur zufolge nicht an einen Durchbruch bei den zweitägigen Verhandlungen in Peking. Den chinesischen Unterhändlern sei eher daran gelegen, beim US-Präsident den Eindruck ausreichender Fortschritte zu vermitteln, um eine Fristverschiebung zu erreichen, so die Wirtschaftsexperten.

Chinas Exporte überraschend gestiegen

Entgegen den Markterwartungen und trotz des Handelsstreits sind Chinas Exporte zu Beginn des Jahres gewachsen. Sie stiegen im Januar um 9,1 Prozent auf Jahressicht, zeigten Regierungsdaten am Donnerstag. Zugleich gingen die Importe um 1,5 Prozent zurück. Der Handelsüberschuss betrug somit im Januar 39,16 Milliarden Dollar. Analysten hatten damit gerechnet, dass sowohl die Exporte als auch die Importe den zweiten Monat in Folge fallen würden. Chinas Exporte in die USA fielen im Januar um 2,4 Prozent, die Importe aus den USA brachen um 41,2 Prozent ein.