Die britische Regierung sucht einem Medienbericht zufolge nach Mitarbeitern, um im Fall eines ungeregelten Brexits mögliche zivile Unruhen eindämmen zu können. In einer Mitteilung des Umweltministeriums an Personalagenturen heißt es dem Guardian nach, das angedachte Notfallzentrum für den EU-Austritt (Euxe) könne für einen Zeitraum von zwei Jahren geöffnet bleiben.

Der öffentliche Dienst in Großbritannien hat bislang 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt, um besser auf den Brexit vorbereitet zu sein. Weitere 5.000 neue Kollegen seien für das sogenannte Notfallzentrum vorgesehen, sagte der Chef des britischen Civil Service, John Manzoni, der Zeitung. Wegen der völlig verworrenen politischen Lage wächst derzeit die Sorge vor einem ungeregelten und mutmaßlich chaotischen Brexit am 29. März 2019.

Die britische Regierung suche deshalb "unerschütterliche" Persönlichkeiten, die Ministerinnen sowie ihre Mitarbeiter unmittelbar über sämtliche Notfälle oder Katastrophensituationen nach einem harten EU-Austritt informierten, schreibt die Zeitung. "Sie müssen in der Lage sein, ernste Entwicklungen mit nur wenig oder keinen Informationen einzuschätzen und entsprechend schnell zu handeln."

Das Notfallzentrum solle in Büros unweit des britischen Parlaments eingerichtet werden. Bewerberinnen und Bewerber sollen dem Bericht nach bereits Ende Februar anfangen können. Ihr Gehalt liege zwischen 300 und 400 Pfund (rund 342 bis 456 Euro) pro Tag. Ihr Vertrag sei zunächst auf sechs Monate befristet, könne aber um weitere drei Monate bis hin zu insgesamt zwei Jahren verlängert werden.

Großbritannien erwägt einem Guardian-Bericht zufolge, die Grenze von Nordirland zum EU-Mitglied Irland mit fast 1.000 Polizistinnen und Polizisten zu verstärken. Diese Option werde als notwendig erachtet, um die Möglichkeit einer zivilen Unordnung abzudecken, die aus der Unruhe über die Grenzregelungen nach einem harten Brexit entstehen könnte.