Die Vereinten Nationen haben bei der Geberkonferenz für das Bürgerkriegsland Jemen 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) gesammelt. Das teilte UN-Generalsekretär António Guterres mit und sprach von einem Erfolg. Es seien 30 Prozent mehr als bei der Geberkonferenz vor einem Jahr.

Allerdings brauchen die Vereinten Nationen dieses Jahr 4,2 Milliarden Dollar (knapp 3,7 Milliarden Euro) für den Jemen. Damit sollen 24 Millionen Menschen – 80 Prozent der Bevölkerung – unterstützt werden. Guterres äußerte die Hoffnung, dass im Laufe des Jahres noch mehr Geld zusammenkommt. Der Jemen stehe vor einer der schlimmsten humanitären Krisen der Welt.

Die Bundesregierung hat 100 Millionen Euro versprochen, die EU 161 Millionen Euro. Größte Geber waren nach Angaben von Guterres Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie gehören zu den Ländern, die aufseiten der von den Huthi-Rebellen gestürzten Regierung kämpfen und mit ihren Bombardierungen für das Elend mitverantwortlich sind. Die Hilfe werde strikt nach Bedürftigkeit vergeben, sagte Guterres.

In dem Land auf der Arabischen Halbinsel herrscht seit mehr als vier Jahren Bürgerkrieg. Auf der einen Seite stehen die von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, auf der anderen die Huthi-Rebellen. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen sprechen von einer weit höheren Zahl von Toten. 

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind derzeit elf Millionen Kinder im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das sind etwa 80 Prozent aller Jungen und Mädchen. Im ganzen Land litten zwei Millionen Kinder an akuter Mangelernährung. 360.000 von ihnen seien so schwer unterernährt, dass sie jederzeit sterben könnten.