Wenige Tage nach Beginn einer Offensive haben Truppen unter kurdischer Führung den "Islamischen Staat" aus dem Großteil seiner letzten Bastion vertrieben. Laut einer Mitteilung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde die Miliz auf eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer im Osten Syriens zurückgedrängt und stehe entsprechend kurz vor dem Zusammenbruch. Weiter heißt es, dass die Extremisten nun versuchen, sich unter Zivilisten zu verstecken.

Die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten kürzlich eine Offensive auf Baghus begonnen. Die von den USA angeführte internationale Anti-IS-Koalition unterstützt sie aus der Luft.

Laut einem Kommandeur der SDF, Adnan Afrin, kontrolliere der IS noch ein Wohngebiet von etwa einem Quadratkilometer. So sollen in Baghus noch Hunderte Dschihadisten ausharren. "Es gibt viele Tunnel in Baghus. Daher verzögert sich der Einsatz", sagte Afrin. Der IS habe zudem die Region vermint und setze Selbstmordattentäter ein. In Baghus seien vor allem noch ausländische Dschihadisten, wobei Iraker das Kommando führten.

Zehntausende Menschen sind seit Beginn der SDF-Offensive im September aus der letzten IS-Bastion im Euphrattal geflohen, darunter mehrere Tausend Kämpferinnen und Kämpfer. In den vergangenen Tagen ergaben sich zahlreiche, oft ausgehungerte Mitglieder der Miliz mit ihren Familien. Allerdings gab es auch Gegenangriffe, welche die SDF-Truppen zurückwarfen.

Der IS hatte 2014 den Höhepunkt seiner Macht erreicht. Damals kontrollierten die Dschihadisten ein Gebiet, das sich über große Teile Syriens und des Irak erstreckte. Mittlerweile sind IS-Anhängerinnen und -anhänger auch in anderen Ländern aktiv, etwa Libyen oder Afghanistan.