Israel hat mit dem Bau einer neuen Sperranlage an der Grenze zum Gazastreifen begonnen. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die überirdische Barriere ergänze eine unterirdische Mauer, die Angriffe der Hamas durch Tunnel unter der Grenze verhindern soll. Sie solle "das Eindringen von Terroristen aus Gaza nach Israel verhindern", sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Der Zaun wird den Angaben zufolge sechs Meter hoch sein. Er soll auf einer Strecke von 65 Kilometern entlang der Grenze zu dem Palästinensergebiet errichtet werden. Die Anlage besteht aus verzinktem Stahl mit einem Gewicht von 20.000 Tonnen.

Netanjahu warnte vor neuen Unruhen an der Gaza-Grenze: "Wenn es im Gazastreifen nicht ruhig bleibt, werden wir sogar in der Wahlperiode Entscheidungen treffen und nicht zögern, aktiv zu werden." Israel wählt am 9. April ein neues Parlament. Seit März vergangenen Jahres ist es an der Gaza-Grenze immer wieder zu gewaltsamen Protesten gekommen, bei denen der bestehende Grenzzaun beschädigt wurde. Die Demonstranten forderten ein Ende der Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

Eine Delegation unter Leitung des Hamas-Chefs Ismail Hanija reiste am Sonntag zu Gesprächen nach Kairo. Dabei soll es um eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe mit Israel sowie die bisher erfolglosen Bemühungen um eine Versöhnung mit der Fatah-Organisation des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas gehen.