US-Präsident Donald Trump will Jeffrey Rosen zum neuen Vizejustizminister und damit zum Nachfolger von Rod Rosenstein machen. Das kündigte das Weiße Haus an. Rosen ist derzeit stellvertretender Verkehrsminister. Sein Vorgänger Rosenstein hatte die Russland-Untersuchungen vom Sonderermittler Robert Mueller beaufsichtigt. 

Nachdem in der vergangenen Woche der von Trump vorgeschlagene Jurist William Barr vom US-Senat als neuer Justizminister bestätigt worden war, war auch der Rückzug Rosensteins im März erwartet worden. Sein Amt hat er nun seit fast zwei Jahren inne. Aus den Ermittlungen zur Russland-Affäre hatte sich auch der ehemalige Ressortchef Jeff Sessions zurückgezogen.

Seinen Rang behält er, das Ministerium aber wechselt er: Jeffrey Rosen wird vom stellvertretenden Verkehrs- zum stellvertretenden Justizminister. © Department of Transportation/AP/dpa

Rosen war von 2006 bis 2009 in dem für Haushalt und Verwaltung zuständigen Amt im Weißen Haus als Berater tätig, früher war er Seniorpartner bei der Kanzlei Kirkland & Ellis, für die auch Barr tätigt war.

Im vergangenen September hatte es Medienberichte gegeben, wonach Rosenstein – im Zuge des Rauswurfs des damaligen FBI-Direktors James Comey 2017 – vorgeschlagen haben soll, Trump heimlich abzuhören und eine vorzeitige Absetzung des Präsidenten auf den Weg zu bringen. Rosenstein hatte das immer zurückgewiesen. Das Team um Mueller geht der Frage nach, ob es bei den mutmaßlich russischen Versuchen der Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 geheime Absprachen zwischen der russischen Regierung und Trumps Wahlkampflager gab. Für Trump sind die Ermittlungen höchst unangenehm. Er kategorisiert sie regelmäßig als "Hexenjagd".

Die Ermittlungen soll nun Justizminister Barr betreuen. Rosen soll sich um das Tagesgeschäft der Behörde kümmern.