Einen Tag nach den indischen Luftangriffen in Pakistan haben pakistanische Kampfflugzeuge zwei indische Militärmaschinen abgeschossen. Wie Armeesprecher Asif Ghafoor auf Twitter mitteilte, hat die Luftwaffe die beiden Jets im pakistanischen Luftraum über der umstrittenen Kaschmir-Region abgeschossen. Ghafoor zufolge stürzte eine der Maschinen in dem pakistanischen Teil Kaschmirs ab, woraufhin der Pilot festgenommen wurde. Das andere Flugzeug stürzte demnach auf die indische Seite.

Bereits wenige Stunden zuvor hatte das pakistanische Außenministerium mitgeteilt, dass die pakistanische Luftwaffe über die faktische Grenze hinweg Luftschläge ausgeführt habe. "Der einzige Zweck dieser Aktion bestand darin, unser Recht, unseren Willen und unsere Fähigkeit zur Selbstverteidigung zu demonstrieren", twitterte der Außenministeriumssprecher Mohammed Faisal. Man wolle keine Eskalation, aber man sei vollständig vorbereitet.

Indien stellt Flugverkehr teilweise ein

Ein Sprecher der indischen Luftwaffe bestätigte den Absturz eines Flugzeugs der indischen Luftwaffe im Bezirk Badgam in der Nähe von Srinagar im indischen Teil Kaschmirs. Ein Sprecher des indischen Außenministeriums teilte zudem mit, dass der Pilot der MiG-21 vermisst werde.

Inzwischen schloss Indien die Flughäfen von Srinagar, Jammu, Chandigarh, Amritsar und Dehradun. Der Flugverkehr kam teilweise zum Erliegen. Die pakistanischen Behörden wiederum sperrten ihren Luftraum für den kommerziellen Flugverkehr komplett. Laut eines Militärsprechers erfolgte dieser Schritt "aufgrund der aktuellen Umstände".

Indische Luftwaffe bombardierte Ziele in Pakistan

Im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan wächst derzeit die Gefahr einer neuen militärischen Eskalation: Am Dienstag hatte das indische Militär Luftangriffe auf Ziele in Pakistan geflogen und nach Angaben der Regierung ein Terrorcamp bombardiert, wobei "eine sehr große Zahl" islamistischer Kämpfer der Terrorgruppe Dschaisch-e-Mohammed getötet wurden. Pakistan drohte daraufhin "baldige" Gegenmaßnahmen an.

Damit reagierte Indien auf ein Selbstmordattentat am 14. Februar, bei dem 41 indische Sicherheitskräfte getötet wurden. Dschaisch-e-Mohammed beanspruchte die Tat für sich. Indien beschuldigt Pakistan, den Anschlag unterstützt zu haben. Die Regierung in Islamabad weist die Anschuldigungen zurück.

Die Region Kaschmir steht teilweise unter indischer und teilweise unter pakistanischer Kontrolle. Beide Atommächte beanspruchen die gesamte Region für sich und haben deswegen schon zwei Kriege geführt.