Weltweit werden Zehntausende Mädchen und Jungen als Kindersoldaten missbraucht. Das teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Gesicherte Zahlen fehlten zwar, doch würden manche Schätzungen von bis zu 250.000 Kindersoldaten ausgehen.

"Kinder sind keine Soldaten. Sie dürfen auf keinen Fall in den Kriegen der Erwachsenen eingesetzt werden", sagte Unicef-Deutschland-Geschäftsführer Christian Schneider. Weltweit müssten sich Konfliktparteien und Regierungen, die Einfluss auf Kriege haben, verpflichten, den Einsatz von Kindersoldaten zu beenden.

Besonders viele Kinder würden demnach in den langjährigen Konflikten im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia, in Syrien und im Jemen als Kämpferinnen und Kämpfer missbraucht. Auch in Afghanistan, Mali oder Myanmar würden Kinder als Soldaten oder Helfer eingesetzt.

Psychisch und physisch missbraucht

Auf der sogenannten Liste der Schande der UN stehen derzeit etwa 50 Armeen und bewaffnete Gruppen, die Kindersoldaten einsetzen. In 20 Ländern beziehungsweise Konfliktsituationen werden laut Unicef Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder begangen. Sie werden für Kriege und bewaffnete Konflikte angeworben oder zwangsrekrutiert, weil ihre Lebenshaltungskosten geringer und sie leichter zu manipulieren seien, teilte Unicef mit. Viele Kinder seien arm, suchten nach Schutz, hätten den Wunsch, die Gemeinde zu verteidigen oder kämpften, weil sie Verbrechen gegen die eigene Familie rächen wollten. 

Unicef teilte mit, dass nicht alle Kindersoldaten zum Kämpfen eingesetzt werden. Viele würden als Späher, Botschafter oder Träger arbeiten, müssten kochen oder Feuerholz sammeln. Manche Mädchen würden mit Kämpfern zwangsverheiratet, Mädchen ebenso wie Jungen würden sexuell missbraucht. In extremen Fällen würden Kinder gezwungen, sich auf belebten Plätzen selbst in die Luft zu sprengen.

Die Rekrutierung von Kindersoldaten ist international geächtet. Am 12. Februar 2002 trat ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft, dass den Einsatz von Unter-15-Jährigen verbietet und als Kriegsverbrechen definiert. Kinder unter 18 Jahren dürfen demnach nicht gegen ihren Willen eingezogen werden oder an Kampfhandlungen teilnehmen. Deshalb wird jedes Jahr an diesem Tag der sogenannte Red Hand Day begangen. Deutschland hat das Zusatzprotokoll im Dezember 2004 ratifiziert.   

In den vergangenen zehn Jahren sind laut Unicef rund 65.000 Kindersoldaten befreit worden. Über 3.000 seien seit 2013 allein im Südsudan freigekommen, davon 955 im vergangenen Jahr.